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www.lomax-deckard.de

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David Guetta – DJ und Verzweifelung

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 9. November 2011, 14:05pm

Kategorien: #Populäre Musik

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Den Diskurs, mit einem größeren Publikum zu zufinden, ist ja immer noch ein lang geträumter Wunsch von uns. Das dies überhaupt noch notwendig ist, ist ein Skandal!

 

Die Untersuchung von Popmusik war schon immer ein Bestandteil dieses Blogs. Gerne stellen wir unsere Leidenschaft in den Vordergrund. Das ist zeitaufwendig genug. Etwas Ekliges zu bewerten, sich damit pop-soziologisch auseinanderzusetzen ist aufwendiger, Nerven belastend und offensichtlich auch nicht mehr zeitgemäß.

 

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„Das Ende der Beschwerde“ heißt das neue Album des guten Musikers Peter Licht. Aber auch hier ist nicht natürlich Vorsicht geboten und zwischen den Zeilen lesen erforderlich. Denn es ist natürlich der Traum davon, dass die Beschwerde endet.

 

Und schon ist man mittendrin im Diskurs und der ewigen Fragestellung, kann Popmusik die Menschen zu besseren Lebewesen machen?

 

Angeblich hat David Guetta nur eine Mission: Er will die ganze Welt zum Tanzen bringen. Und das ist doch eigentlich eine super Idee! Wenn da nicht seine Musik wäre und wenn da nicht sein weltweites Publikum wäre, das seine billigen Dance-Songs gut finden würde.

 

Der letzte Satz ist die unbequeme Wahrheit, für alle die, die meinen das es tatsächlich so etwas wie „David Guetta Musik“ gibt. Für die andere Seite, die sich auch an der Person, und der Musik von Guetta stört, ist es ebenfalls die unbequeme Wahrheit, weil man sich eben in den Diskurs begeben muss.

 

Und wie verteufelt debil der sein kann, muss man einfach hier nachlesen: http://de-bug.de/mag/6307.html

 

Dort unterhalten sich der frühere Spex-Redakteur Christoph Gurk, der Autor Rainald Goetz, DJ Tanith und blogger René Walter über die verloren gegangene Popagenda!

 

„An der die Qualität der Musik selber liegt es sicher nicht. Ich komme kaum noch hinterher, wenigstens den Überblick darüber zu behalten, was alles an interessanten Sachen rauskommt. Aber Musik als etwas, das eine Relevanz über sich selbst hinaus behauptet, das gibt es wohl tendenziell immer weniger.“, sagt der bedächtig wirkende Gurk, nach dem Goetz ein „Fuck Autoritäten“ heraus rutscht.

 

Beide Aussagen haben Qualität und spiegeln die gesamte Problematik wieder: Inhaltlicher Diskurs oder Punkhaltung und Reduktion auf das wesentliche. So war es schon immer!

 

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Zurück zu Guetta. „Tanz mit dem Herzen, oder tanz gar nicht“, ermahnte einst der große Peter Hein. Im Text weiter geht es dann treffend: „Lampen blenden, über gläubige Gesichter, Menschen drängen, wie Insekten zum Licht…“ und dann singt er das was ich eigentlich meine „…Das Denken fällt schwer, Offenbarung ist teuer, niemand zu sehn, der Erlösung verspricht“. Mit schrecklichen, minimalen  Popsongs die auf dem Laptop geschnitten sind, anschließend digital aufgemoppelt und dann von irgendwelchen Popsternchen vokalkisert werden, kann sich die geforderte Vernunft nicht durchsetzen und es können sich auch nicht die Hoffnungen der Millionen von Fans erfüllen!

 

Thees Uhlmann sagte kürzlich, dass Rock’n’Roll etwas Heiliges ist. Damit meinte er allumfassend das, was hier als Pop bezeichnet wird. Jemand anderes könnte auch sagen, dass Electro etwas Heiliges ist. Und da sind wir wieder bei der Leidenschaft, bei der Passion (englisch ausgesprochen, aber so das Spuke durch den Raum fliegt) und bei dem herrlichen Wort „prätentiös“.

 

Denn ohne Zweifel gute Musik, gute Bands, gute Tendenzen, interessante neue Erfindungen, zusammengefasst, die Qualität (Gurk) gibt es, was es nicht gibt, sind Menschen die mal ein ordentliches Fuck you hauchen.

 

Ein David Guetta ist unglaubwürdig. Als Mensch unerträglich, als Künstler unbegabt, als Popstar uninteressant! Das ist das Niveau einer Schülerzeitung, aber es entspricht der Wahrheit. Und das ist ärgerlich und zusammengefasst der Grund, warum ich das hier schreibe.

 

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Und ganz nebenbei gesagt! Mit Bernd Begemann haben wir jemanden in diesem Land, der es versteht, die richtigen Worte zu nutzen und die Arroganz zu besitzen, sich zu erheben. Dieses Interview hier, wird wohl legendär:

 

http://www.rdl.de/index.php?option=com_content&view=article&id=14780%3Aberndbegemannunddiebefreiung&catid=27&Itemid=375

 

…und sagt mir bitte nicht hinterher, dass ihr ein paar Songs von David Guetta ganz gut findet!

 

 

Alan Lomax

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