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David Frühwirth & Milana Chernyavska: Nikolai Rakov - Violin Sonatas Nos. 1 & 2

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 15. März 2012, 22:05pm

Kategorien: #Orchestrale Musik

Fruhwirth.jpg

Das allererste Mal, dass ich bewusst den Klang einer Geige wahrnahm und ihn lieben lernte war, als ich das Spiel Itzhak Perlmans in der Filmmusik zu dem Film 'Schindler's Liste' komponiert von John Williams hörte. Seitdem habe ich den Klang dieses einzigartigen Instrumentes nicht mehr aus den Ohren verloren, bzw. hat sich dieser tief in meinem Gedächtnis verankert.

Momentan lese ich das faszinierende Buch 'Was Sie schon immer über Musik wissen wollten' von John Powell, der es auf eine sehr unterhaltsame und einzigartige Art und Weise schafft Musik laienverständlich zu erklären. In diesem Buch werden alle Aspekte in Zusammenhang mit der Musik erklärt, wie sie entsteht und warum wir sie so empfinden wie wir es tun.

U.a. wird in einem Kapitel auch über die Geige gesprochen. Im Grunde nichts anderes als Saiten an einem in bestimmter Art geformten Resonanzkörper aus Holz. Die Saiten so schreibt er sind wiederum physikalisch betrachtet nichts anderes als hohle langgezogene Zylinder, die, wenn man über sie mit einem Bogen aus Rosshaar streicht oder sie zupft in Schwingungen versetzt werden. Schwingungen unterschiedlicher Frequenz aus denen die uns dann bekannten Töne resultieren. Töne verschiedener Länge und Höhe, welche eine Melodie formen.

Das Klavier ist im Grunde genommen nichts anderes, nur mit einer veränderten Mechanik: die Saiten in der Tiefe des Instrumentes werden durch einen kleinen Filzhammer in Schwingungen versetzt und je nach dem wie man das tut erhält man die entsprechenden Töne.

Der in Salzburg geborene David Frühwirth spielt Geige, die Ukrainerin Milana Chernyavska Klavier. Beide versetzten die Saiten ihrer Instrumente in Schwingungen und machen auf diese Weise Musik. Das machen sie mal schnell, mal langsam, mal mit viel Gefühl, mal wild, mit Vehemenz und laut, dann wieder ganz zart und leise. Mal spielen sie gegeneinander, mal miteinander, mal unterhalten sie sich, dann wieder können sie einander nicht riechen.

Liebe Leserinnen und Leser!

Wenn sie Musik unter einer solchen Vorgabe hören, dann werden Sie staunen, wie sie Musik, klassische Musik wahrnehmen werden, nämlich frei und losgelöst von Vorurteilen und Ängsten. Sie konzentrieren sich ganz und gar nur auf die Musik und vergessen Rezensionen, Klischees und abgenutzte Meinungen.

Wunderschön, wie Frühwirth seiner Geige Töne entlockt: er spielt mit so viel Gefühl und Hingabe, dass die Musik des russischen Komponisten Nikolai Rakov anfängt über diese Töne hinaus bzw. mit Ihnen Emotionen zu vermitteln: Sehnsucht, Frustration, Humor, Trauer, Fröhlichkeit und viele andere werden so zum Leben erweckt. Die Pianistin Chernyavska tut dies ebenso leidenschaftlich, mit viel Einfühlungsvermögen für Stimmungen, Rhythmus und Tempo und ist dem Solisten nicht nur dienlich, sondern auch eigenständig und fordernd auf ihrem Instrument.

Das Instrument auf dem David Frühwirth spielt ist eine " ex-Brüstlein" Stradivari aus dem Jahr 1707. Was für ein brillanter Handwerker und Künstler dieser Mensch gewesen sein muss ein Instrument zu kreieren (ohne modernste Technik und Computer), welches über 300 Jahre später solche Töne hervorrufen kann?

Eine wunderbare Veröffentlichung und damit die Möglichkeit Musik eines Komponisten kennen zu lernen, der nicht im Rampenlicht stand wie viele andere seiner Kollegen. Er wurde 1908 in Kaluga südwestlich von Moskau geboren und starb am 03.11.1990 in Moskau.

Es ist überaus lohnenswert seine Musik zu entdecken und dem grossartigen Spiel der beiden Musiker zu lauschen!

Rick Deckard

link zu www.deltamusic.de

 

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