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Musik, Kino, Kultur, Radio


Cloud Atlas

Veröffentlicht von Rick Deckard auf 4. Mai 2013, 20:43pm

Kategorien: #Filme

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Der Film ist ein ideales Vehikel für das moderne Kino. Er führt einem fast alle Genre, Facetten des menschlichen Daseins und philosophische Weltanschauungen in knapp 3 Stunden vor Augen. Es gibt Abenteuer, Science-Fiction, Komödie, Krimi und Kulturkritik in einem. Das sind ja gleich mehrere Dinge auf einmal werden Sie sagen! Das geht nun wirklich nicht! Na ja, es geht schon (ein wenig). Spannung, Spass und Spiel: Alles was sie mögen, kennen, gesehen haben und über das sie vielleicht auch nachgedacht haben, sehen sie in diesem Film. Es gibt jede Menge Querverweise und Zitate auf andere Filme, es ist bunt, mal leise, mal laut, poetisch, romantisch aber auch unfreiwillig komisch und gelegentlich trashig, ja auch herrlich kitschig.

Tom Tykwer und die Geschwister Wachowski haben den Roman von David Mitchell verfilmt. Auf 672 Seiten erzählt der Autor mehrere Geschichten, die miteinander verbunden sind und die eine Zeitspanne von fast 1000 Jahren umspannen. Das Buch basiert z.T auch auf den philosophischen Gedanken und Schriften eines Friedrich Nietzsche.

Keine Frage, optisch ist der Film ein Genuß, mit einem grossen Maß an Phantasie und Leidenschaft umgesetzt, alles andere kann man nicht Ernst nehmen. Ich glaube, manche Bücher sollten einfach nicht verfilmt werden. Sie sind zum lesen geschrieben worden, so offensichtlich das jetzt klingt. Der Leser soll sich seine eigenen Gedanken machen und seine eigene Phantasie bemühen. Die Idee des Autors ist nachvollziehbar und begründet, die der Regisseure und Produzenten nicht. Man kann ein solch gewaltiges Werk nicht für die Leinwand produzieren, dazu driftet das Verständnis vom Kino und Literatur einfach zu sehr auseinander. In 3 Stunden kann man die Ideen- und Gedankenwelt des Autors nicht auferstehen lassen. Das ewige Problem der sogenannten Literaturverfilmungen.

Ich wil nicht missverstanden werden, der Film hat einige grossartige Momente und sehr ästhetische sowie visionäre Bilder, aber diese guten Momente macht er sich immer wieder kaputt durch unglaublich kitsch-schlechte Dialoge und ein Höchstmass an unfreiwilliger Komik, insbesondere in der zeitlich zuletzt spielenden Geschichte, da sträuben sich einem die Nackenhaare!

Cloud Atlas erfüllt alle Voraussetzungen um vielleicht eines zu werden: Ein Kultfilm. Aber Kult nicht im Sinne der klassischen Kultfilme ... . Im Kino hat er sicherlich unterhalten und für 3 Stunden Popcorn & Cola Stimmung gesorgt. Mehr ist er nicht und weniger auch nicht.

Lesen ist doch schöner, erhellender und lehrreicher als glotzen.

Rick Deckard

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