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Captain America - Joe Johnston

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 27. Dezember 2011, 13:18pm

Kategorien: #Filme

Captain-America.jpg

Liebe Superhelden! 

Die Comics sind definitiv besser als der Film. 

Es gab in den letzten Jahren eine Reihe von Verfilmungen über alle möglichen Helden aus dem DC und Marvel Universum. Das Problem bei fast allen war die Tatsache, dass es an Charme und feinsinnigem Humor mangelte. Zu sehr standen und stehen die technischen und CGI Spielereien im Vordergrund. 

Einzig Christopher Nolan hat es in der Vergangenheit geschafft Batman ein filmisches Denkmal zu errichten, wenn auch sein Hyperealismus sich zu sehr von der Vorlage entfernte. Nolan verstand es aber die Seele dieser Fledermaus mit menschlichen Zügen auszuloten und lieferte zuletzt ein erstklassiges Duell des dunklen Ritters mit seinem Erzfeind Joker, brillant verkörpert von Heath Ledger. 

Eine Mischung aus Burton und Nolan wäre ideal! 

Von solchen Lobeshymnen und filmischer Qualität kann 'Captain America' jedoch nur weit entfernt sein. Der Film ist eine Mischung aus allen erdenklichen Genres, von Star Wars bis hin zu Indiana Jones. Diese Unbeständigkeit und ein eigenes fehlendes Profil sind das grösste Manko. Zudem fällt es schwer sich mit dem Charakter als Zuschauer zu "identifizieren". Hier wird der Zuschauer so plakativ manipuliert, dass es auf Dauer nervt. 

Nun muss man zu seiner Entschuldigung auch sagen, dass dieser Film für eine andere Zielgruppe gedreht wurde, definitiv die 12-16 jährigen männlichen Zuschauer. Ob die allerdings Spass hatten mag ich zu bezweifeln. 

Es ist bekannt, dass alle diese Filme um Thor & Konsorten Teil eines grösseren Masterplans sind, nämlich den Film 'The Avengers', der nächstes Jahr erscheint, zu promoten. Immerhin haben wir es mit einer Industrie zu tun, deren Hauptziel der Erlös ist. Ob das gelingen wird, dem stehe ich eher zweiflend gegenüber. Warum? Filme, auch die mit Superhelden, benötigen immer einen emotionalen Kern, eine Seele, ohne dies funktionieren sie nicht.

Warum war in den 70'er Jahren 'Superman - The Movie' so erfolgreich? Weil neben allen (damals) tollen Spezialeffekten, das Drehbuch den Charakter des Mannes aus Stahl beleuchtete und eine tragische Komponente deutlich betonte: sowohl die Beziehung zu seinem leiblichen Vater, als auch seinem Ziehvater auf Erden. Diese Emotionalität nebst Action und Effekten machte den Film erfolgreich, Williams grandiose Musik nicht zu vergessen!

Diese Emotionalität kommt den meisten der neuen (Superhelden-)Verfilmungen abhanden. Lediglich Kenneth Branagh ließ bei Thor emotionale Konflikte aufleben, was den Film sehenswert machte. 

Captain America wirkt als Charakter und Held seltsam leblos und steril. Der Film verliert sich in unsäglichem Hurra-Patriotismus, schwarz-weiss Malerei und hat zudem auch noch einen Bösewicht, der schlicht lächerlich wirkt. Hugo Weaving wirkt ohne Maske deutlich furcheinflössender als mit. 

Die Studios sollten sich eingehender mit den Helden, den Comics und den darin erschaffenen Welten beschäftigen und Elemente der griechischen Tragödie mit einfliessen lassen, sonst fabrizieren sie einen "mechanischen" Helden und Film nach dem anderen. 

Rick Deckard

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