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www.lomax-deckard.de

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Bang Goes The Knighthood - Das neue Album von 'The Divine Comedy'

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 29. Mai 2010, 11:18am

Kategorien: #Populäre Musik

Bang.jpg

Stream Of Consciousness:

Klavierakkorde und weicher Gesang starten das Album. Streicher setzen ein, bis Vaudeville plötzlich dominiert. Willkommen in Hannon's Universum. 'Down In The Street Below' wechselt geschickt Tempo und Rhythmus. Ein Einstieg, der das Album auch genauso gut vom Gestus hätte abschliessen können. Strassengeräusche beenden das Stück. Schöner Einstieg.

Es geht fliessend über zu 'The Complete Banker'. Zweistimmiger Gesang und Schunkel-Klavier bestimmen den Ton, bis eine elektronische Gitarre im Hintergrund Akzente setzt. Hannon gibt sich kritisch im Text. Man kommt sich vor wie im Zirkus, in dem ein Clown das Zeitgeschehen kommentiert. Musikalisch ein eher langweiliges Stück.

Es wird fröhlicher und beschwingter als das 'Neapolitan Girl' besungen wird. Sixties Flair, rauschende Röcke und Vespas tauchen vor den Augen auf. Die Stimmung des Albums verfestigt sich langsam. Schöne Harmonien. 

Das Titelstück beginnt wie eine kleine Zauberei. Hannon singt zum Klavier. Ein Akkordeon kommt hinzu. Der Gesang gleitet ab zum Sprechgesang untermalt von einer Orgel, bis die Melodie vom Anfang wieder auftaucht und Hannon weiter lamentiert. Merkwürdiges Stück.

Ich bin etwas enttäuscht. Meine Anfangseuphorie legt sich schnell wieder.

'At the Indie Disco' hebt die Stimmung. Hoffentlich steigert sich das Album!

'Have You Ever Been In Love' hat diese erwähnte Ballroom Stimmung. Man kommt sich vor wie bei einem Schulabschluss-Ball. Streicher schwirren im Hintergrund. Background Chor und Melancholie. Vielleicht bin ich auch nicht in der richtigen Stimmung solche Songs jetzt zu hören ..., aber ich mache weiter.

Gähn.

Was habe ich erwartet? Neil Hannon bleibt sich und seiner Musik treu, auch wie jetzt bei 'Assume The Perpendicular' Er klingt ein wenig selbst verliebt. Wo sind die Ausschläge? Geschickt, wie diese 30 sek. Schnipsel immer ausgewählt werden ... .

'The Lost Art Of Conversation'. Das Album plätschert weiter vor sich hin. Keine interessanten Arrangements, keine zündenden Ideen. Fortwährend der gleiche Rhythmus und ähnliche Instrumentierungen. Ich fühle mich in den Jahrzehnten weit zurückgeworfen bei diesem Stück. Eine kleine Miniatur. Dialoge werden am Ende in die Musik eingeflochten. Das wirkt alles befremdlich und nervtötend!

Aah. Das klingt doch schön. Ein Duett! Who's that girl? 'Island Life' wird da besungen. Klingt wie eine Werbung zu einem 60's Commercial. Der Gegenentwurf zu Plastic Beach. Macht trotzdem Spass die Musik. Banaler Text ohne Anspielungen, Slap Stick Charakter hat das ganze streckenweise. Vielleicht hätte ich die Musik mit Bier am Abend hören sollen?

Eine aufgezogene Spieluhr spielt im Hintergrund zu Beginn von 'When A Man Cries'. Die Texte fangen mir langsam an auf die Nerven zu gehen. Grauenhaft! Erst ab 2:08 klart die Stimmung etwas zu akustischen Gitarren und Bläsern auf. Streicher sind auch mit von der Partie. Hannon stösst bei diesem Stück ganz klar an seine stimmlichen Grenzen. Die Phrasierung stimmt nicht, die Stimme ist zu dünn für den bedeutungsschwangeren Text. Sinatra: Where Are You?

Und es geht weiter im immer gleichen Modus. 'Can You Stand Upon A Leg' klingt wie die Hälfte der Stücke weiter oben.

'I Like' versucht sich in seichten "rockigen" Gefilden ..., 

... ich habe keine Lust mehr und verzichte auf die letzten 4 Stücke. Was für eine langweilige, öde, belanglose Scheibe! Ich bin ziemlich verärgert, zum einen über meine selbst hochgeschaukelte Euphorie, zum anderen über den Stillstand im Hause Hannon. Das klingt alles, als hätte ein Nerd das fortwährende Bedürfnis sich selbst darzustellen, koste es was es wolle.

Langweiliger Unsinn, musikalisch vollkommen derangiert, lustlos und ohne Konzept, ohne Ecken und Kanten, nicht ein wirklicher Song, bis auf 'Indie Disco', der wirklich gefällt.

Eine grosse und herbe Enttäuschung an diesem Samstag!

Das war's! Ich glaube der popmusikalische Sommer kommt doch nicht und trübe Wolken haben die Sonne wieder verhängt. Wo kommen bloss all die Wolken her?

Im Ernst: Ich verlasse die populäre Musik wieder und werde mich in den nächsten Wochen vermehrt dem Einfluss der Klassik auf die Filmmusik zuwenden. Habe da gerade gestern sehr interessantes und spannendes gehört.

Sehr verärgert,

Rick Deckard

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