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As The Crow Flies - Amos Lee

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 10. Februar 2012, 08:14am

Kategorien: #Populäre Musik

Amos-Lee.jpg

Erdig, verortet in den Tiefen des amerikanischen Westens.

Hört man die ersten Takte von 'The Darkness' gehen einem unweigerlich diese Gedanken durch den Kopf. Unaufgeregte Musik mit der unnachahmlichen Stimme von Lee, die man meint so oft gehört zu haben und dann doch wieder nicht.

'As The Crow Flies' ist eine Zusammenstellung und Veröffentlichung von 6 Songs, die während der Produktion zu dem ausserordentlich erfolgreichen Album 'Mission Bell' aufgenommen wurden und heute erscheinen.

Die Songs sind eine sehr gelungene Gratwanderung zwischen Verpflichtung zur Americana einerseits und ein Zugeständnis an die Hörgewohnheiten der populären Musik andererseits. Bestes Beispiel ist 'Simple Things': akustische Gitarre, Bass, Klavier und die gut austarierte Stimme von Lee. 3:23  min perfekte Popmusik.

Aber auf dieser Veröffentlichung stehen nicht so sehr populäre Elemente im Vordergrund, sondern vielmehr Country und Folk. Erinnerungen und Assoziationen kommen hoch an die unendlichen Weiten des amerikanischen Westens, gerade bei 'Say Goodbye'. Man verpürt unbändige Lust in ein Wohnmobil zu steigen, um wie einst Jack Nicholson in 'About Schmidt' durch Amerika zu fahren, vorbei an geschichtsträchtigen Monumenten, weiten Landschaften mit Stops an den klassischen Tankstellen und Diners.

Ja, die grosse Kraft der Songs von Amos Lee liegt in der Beschwörung von Traditionen und Mythen zugleich.

Wunderschön die Ballade 'May I Remind You', bei der man die Gedanken frei schweifen lassen und sich innerlich erholen kann. Es liegt eine grosse Ruhe in diesem Song, was dem Rhythmus geschuldet ist, aber auch dem einfühlsamen Gesang von Lee.

Alle 6 Songs motivieren dazu selbst die Gitarre herauszuholen, die Füsse hochzulegen um mit Blick in die Ferne die Saiten zu zupfen. 'Mama Sail to Me' ist so ein Titel: Gitarre, Orgel, Background Chor sorgen für eine ausgelassene Stimmung.

Der letzte Titel 'There I Go Again' ist melodisch und von der Instrumentierung gerade zu Beginn einschmeichelnd, wenn die ersten Takte auf dem Tasteninstrument erklingen. Amos Lee singt mit grosser Leidenschaft und Hingabe. Er drängt sich aber trotzdem nicht in den Vordergrund. Eine schöne Balance.

Nach 24:51 min ist das kurze, aber feine Mini-Album beendet und macht definitiv Lust auf mehr. An dieser Stelle sei das vor fast einem Jahr erschienene 'Mission Bell' nochmals zu empfehlen. Mitstreiter von Lee bei beiden Alben waren Produzent Joey Burns und Schlagzeuger John Convertino (Calexico).

Die Kunst liegt häufig darin einfach zu sein. Lee beherzigt dieses Prinzip und ist vermutlich deswegen so populär.

Rick Deckard

http://amoslee.com/

http://www.emiclassics.de/release/3252409,5099973128120/lee-amos-as-the-crow-flies

http://www.artistsden.com/2012/

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