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Musik, Kino, Kultur, Radio


Andrew Wyatt - Descender

Veröffentlicht von Rick Deckard auf 10. November 2013, 17:58pm

Kategorien: #Populäre Musik

Descender-Kopie-1.jpg

Orchester-Pop ist eine Gratwanderung, wie immer wenn Genres fusionieren. Im Falle von Descender, dem "neuen" Album von Andrew Wyatt (bereits im April dieses Jahres erschienen), gelingt aber diese Gratwanderung sehr gut, diese Symbiose aus Pop & Orchester.

Andrew Wyatt ist Mitglied der schwedischen Gruppe Miike Snow, neben Christian Karlsson und Pontus Winnberg. Die Biografie aller 3 Musiker ist weit reichend und sehr erfolgreich zugleich.

Descender ist das Solo-Projekt von Wyatt. Mehr dazu hier:

http://vimeo.com/62375620 

Das Album ist kurzweilig aber sehr interessant, weil es beim ersten Hördurchgang vollkommen unvorhersehbar ist. Ein wenig irre. Es ist eine sehr gelungene Mischung verschiedener Stile. In allen Songs schimmert der Singer-Songwriter hindurch, aber darüber hinaus sind diese vielfältiger Natur mit Anleihen an Folk, PoP, vielleicht auch progressive Rock, Kammer-Pop und klassischer Musik. Alle diese vielfältigen Stile gehen eine herrliche Verbindung mit dem Orchester ein und klingen befremdlich bis gewohnt. Nie dominiert jedoch der "Orchester-Schmalz", sondern das 75-köpfige Prager Philharmonie Orchester versteht die Intention des Musikers Wyatt und liefert ihm den perfekten Klangteppich für seine Kompositionen.

Wyatt singt gelegentlich im Falsett und überrascht immer wieder durch abrupte Stilwechsel und unvorhersehbare Stimmungsänderungen. Das Album ist weit weg von Klischees oder dem klassisch barocken Orchester-Pop oder gar Pomp. Es ist herrlich verschroben und dadurch sympathisch. Man fühlt sich wirklich erinnert an die Musikalität eines Van Dyke Parks, erinnert an 60's Pop ala Harry Nilsson oder auch an Scott Walker.

Das letzte Mal, dass ich "Orchester-Pop" in der Form hörte, war Absent Friends von The Divine Comedy. Ich mag diese Kollaborationen, nicht zuletzt seit der genialen (ja: genial) Zusammenkunft von Elvis Costello und Burt Bacharach. Gut, daran reicht dieses Album nicht heran, will es aber auch nicht. Die Absichten eines Andrew Wyatt sind andere.

Der Musiker wird auf dem Album begleitet von Anthony Rossomando von den Libertines, Brad Traux von Interpol und John Herndon von Tortoise. Die Prager Philharmoniker spielen unter der Leitung von Adam Klemens.

Von Wyatt Earp zu Andrew Wyatt: Er rotiert, der "Planet Of The Earps".

Vollkommen durchgeknallt: The Descender.

Aus dem Schwimmbad,

Rick Deckard

 

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Alan Lomax 11/11/2013 11:54


Hi, hi, "verschroben" ist wohl die richtige Charakterisierung für Wyatt und sein Werk! Die Platte ist wirklich sehr empfehlenswert, eben auch weil sie sich nicht so einfach vergleichen lässt mit
anderen, vielleicht handwerklich besser arangierten Werken. Man darf nicht vergessen Wyatt ist Popmusiker, der mit seiner Band ansonsten von der Technik der Computer profitiert. Jetzt muss er
aufeinmal Arrangements für 20 verschiedene Instrumente schreiben. Und wahrlich: ...in der Doku sieht der sympathische Musiker nicht so aus, als wenn er detailverliebt ist. Die kauzige Art finde
ich aber gerade sympathisch! Die Platte ist an manchen Stellen ein Wunderwerk und ich danke Dir für diese tolle Empfehlung!!!


Alan Lomax

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