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Musik, Kino, Kultur, Radio


Analog oder digital - Download, CD oder Platte?

Veröffentlicht von Rick Deckard auf 8. November 2013, 17:12pm

Kategorien: #Kommunikation

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Das Jahr neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen und es beginnt die Zeit der Rückschau. Musik spielte dieses Jahr beruflich bedingt keine grosse Rolle, doch darum habe ich mir keine Gedanken gemacht, das Interesse ist unvermindert hoch, die Leidenschaft wird nie erlöschen.

Vielmehr fragte ich mich, welchen Wert das Material besitzt, auf dem die Musik gespeichert ist. Auslöser war der Absturz meines Rechners vor wenigen Monaten. Sicher, alle Daten waren gespeichert, aber trotzdem machte mich das ein wenig stutzig. Was, wenn auch die externe Festplatte einmal erlischt, ihren Geist aufgibt? Die Erfahrung kennt jeder, der einmal einen solchen Super Gau erlebt hat. Alles kann binnen Sekunden verschwinden.

Ich schaute auf das Regal hinter mir und wahr beruhigt. Da standen sie alle in Reih und Glied, sauber sortiert und strahlten mich an: Meine Platten, meine CDs. Schnell nahm ich eine in die Hände, öffnete die Hülle, nahm das Booklet heraus und überflog die Bilder und den Text. Nahm als nächstes eine Platte in die Hände, drehte das Cover und las den Text auf der Rückseite.

Das ist etwas anderes. Wenn auch die begrenzte Haltbarkeit der Silberlinge bekannt ist und der nicht immer saubere Klang der Schallplatte. Ich will und werde diese beiden Tonträger nicht missen wollen. Dieses Jahr ging es sogar soweit, dass ich mir nichts (!) von den gängigen Plattformen herunter geladen habe. Das ist alles so unwirklich, so steril, so unfassbar (im wahrsten Sinne des Wortes).

Klar: Die Musik ist immer und überall und auf allem überall hin transportierbar, aber ich brauche das längst nicht mehr. Ich brauche auch keine Streaming Plattformen, keine ständigen Klicks und hin und her Geschiebe von Daten. Was ich brauche ist eine ruhige Stunde Musik in der Stille. Keine hektischen Menschen die mich umgeben, keine ablenkende Lautstärke.

Das Hörerlebnis wird zu einem persönlichen, ja fast intimen Erlebnis. Um das zu zelebrieren ist es notwendig die Musik "in Händen" zu halten, das Cover zu bestaunen, das Booklet zu lesen. Das ist eine gänzlich andere Hörerfahrung. Alles andere lenkt doch nur ab und kostet v.a. Zeit. Dieses ewige Geklicke auf dem Rechner, das scrollen in der Liste, "gefällt mir doch nicht", na dann eben Pause und schwupp zum nächsten Titel. Bei der CD geht das zwar auch, die Platte macht es einem da schwieriger. Gut so!

Ich erinnere mich an Zeiten, in denen Musik hören auf Musik hören beschränkt war. Natürlich sehen die digitalen Cover schön aus, es gibt vielfältige Möglichkeiten der Präsentation etc., aber diese Art Musik zu konsumieren missfällt mir mehr und mehr. Und eines macht mich v.a. sehr wütend: Das ist die unglaublich schlechte Soundqualität der digitalen Download-Dateien, seien sie noch so sehr perfektioniert.

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Was war das damals für ein Erlebnis, als die CD die Schallplatte "ablöste". Wow, kristallklar, kein Knacken, kein Rauschen, alles so transparent! Dann kam die digitale Musik mit dem Siegeszug des Internet. Auch da war der Aha-Effekt zu Beginn gross. Jetzt nach all den Jahren besinne ich mich wieder auf die Qualität des Analogen, besser analog-(CD)-digitalen.

Die digitale Musik klingt so eigentümlich dünn, billig, nach Plastik. Ich merke das immer dann, wenn ich klassische oder generell orchestrale Musik höre. Es ist ein gigantischer Unterschied, ob man sie von Platte/ CD oder als Download hört. Bei ersteren hat man das Gefühl, als sei man im Konzertsaal, bei letzterem kommt überhaupt gar kein Gefühl auf. Musik zu hören ist Emotion, verursacht Emotionen und wie sie aus den Boxen ertönt, das ist schon ein Unterschied. Das gleiche gilt für den Jazz oder viele Alben aus der PoP Musik.

Die Hifi-Fans werden sagen: Das wissen wir schon seit Jahren, das ist keine neue Erkenntnis. Mag sein, aber ein Vergleich dieser Musikformen über die Jahre war es schon wert.

2014 wird definitiv anders. Nicht nur, dass ich Zeit habe mich der Musik wieder intensiver zu widmen, sondern auch die Art des Hörens wird sich grundlegend ändern. Nicht, dass ich aktuell Musik über den Rechner nur über Aktiv-Boxen hören würde, meine Anlage ist zwar kein High End Produkt, aber auch nicht aus Pappe.

Nächtes Jahr kommt die Rückbesinnung auf die "gute alte Zeit": Zwei schöne grosse Standboxen, ein guter Verstärker, ein formidabler Plattenspieler und ein ebensolcher CD-Player. Kein Starren auf Bildschirmen, kein scrollen, keine Klicks. Musik in ihrer reinsten und schönsten Form - das wird die Devise.

Um die Frage zu beantworten: Nur noch Platte oder CD. Die paar Mark (!) mehr sind es mir wert.

Rick Deckard

Bildquelle: pm-blog.com

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