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Musik, Kino, Kultur, Radio


Als Fernsehen noch Provokation war – Zum Tod von Wolfgang Menge

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 19. Oktober 2012, 08:11am

Kategorien: #Fernsehen

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Wolfgang Menge hat „Ekel Alfred“ erfunden und war der wohl kreativste deutsche Fernsehmacher überhaupt. Menge ist am Mittwoch im Alter von 88 Jahren gestorben und hat Fernsehgeschichte geschrieben.

Natürlich war der Drehbuchschreiber, Formaterfinder, Moderator und Journalist Wolfgang Menge mehr als der Erfinder der Familienserie „Ein Herz und eine Seele“.

Menge hat als einer der ersten Fernsehautor verstanden, dass Fernsehen immer dann am spannendsten ist, wenn man Realität und Fiktion miteinander vermischt. Daher empfehle ich die beiden Doku-Fiction-Fernsehfilme „Millionenspiel“ und „Smog“. Insbesondere die selbstkritische Betrachtung der Sensationsneigung und Quotenjagd in „Millionenspiel“ war für 1970 mehr als visionär.

Mit der Talkshow „3 nach 9“ hat Menge zudem und neben unendlich vielen Drehbücher, ein Format erfunden, welches noch heute am Freitagabend einen festen Platz hat.

Menge war ein Intellektueller, wie es sie heute kaum noch gibt. Da er seine Schlauheit und seine Bildung für die Vision genutzt hat Missverhältnisse zu analysieren, diese weiterzudenken und den Menschen vereinfacht, authentisch, satirisch, aber eben nicht akademisch übersetzt zurückzugeben.

Sprechen wir im Fall von Menge ruhig einmal von einer Legende. Ein Mann der uns alle ein wenig beeinflusst und geformt hat. Ein Mann mit großer Bedeutung für unsere Gesellschaft.

Aber natürlich bleibt insbesondere Alfred Tetzlaff. Hier seine besten Sätze, geschrieben von Menge, gefunden auf www.tcwords.com

  • Du dusselige Kuh!
  • Du langhaarige bolschewistische Hyäne!
  • Lybanesen, Syrer, Ägypter, alles Bomenleger – und der Chef von denen heißt El Fatta.
  • Wir sind hier in einem zivilisierten Haus und nicht im Puff von Uranda Burundi!
  • Das ist mal wieder typisch. Wenn diesen linken Dogmenkackern was nicht in den Kram passt, dann werden sie ordinär!
  • Pizza! Weiß doch kein Mensch woraus die besteht. Da wird so ein Stück Kuhfladen ausgerollt, dann kommt ein Klecks Tomatensoße drauf und das Ganze kostet dann fünf Mark. Und schmecken tut’s wie toter Friseur!
  • Wenn Sie Kleptomanin sind, dann klauen sie doch bei der Frau Suhrbier. Als Sozialdemokratin findet die Diebstahl ganz normal.
  • Wenn da steht kinderfreundlich, dann kannst du dir ja denken was da los ist. Da muss man Karussell fahren, der ganze Strand ist vollgepinkelt und abends gibt’s Milchreis mit Zucker und Zimt.
  • Das ist mein Schwiegersohn, ein Anarchist. Auf den müssen sie aufpassen. Wenn der zu ihnen in Laden kommt, dann wird’s gefährlich. Der klaut schon aus ideologischen Gründen und nicht nur so zum Spaß.
  • Wenn deine Haare so lang wären, wie du dumm bist, dann könntest du sie dir in die Socken stopfen.
  • Er soll an sein Land denken und er denkt an seine Lenden, die Sau!
  • Drück dich gefälligst gebildet aus, du Arschloch!
  • Wenn du das große Los bist, dann möchte ich nicht die Nieten sehen.
  • Ob Sie mit meiner Frau sprechen oder mit einem Känguru im Zoo, macht keinen Unterschied.
  • Guck du dir die Sendungen an mit Schwulen, mit klassenbewussten Faulpelzen und Nutten, mit Abtreibern und Absaugern. Ich guck mir die Sportschau an.

Auf Wiedersehen Herr Menge!

Alan Lomax  

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Rick Deckard 10/19/2012 10:06


"Sprechen wir im Fall von Menge ruhig einmal von einer Legende."


Mir gefällt das und in seinem Fall ist das auch endlich einmal keine inflationäre Übertreibung (wie so häufig in
unserer Zeit)


"Guck Du dir die Sendungen an mit Schwulen, mit klassenbewussten
Faulpelzen und Nutten, mit Abtreibern und Absaugern. Ich guck mir die Sportschau an. "


Und er war ein Visionär ... .


Respect.

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