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Alice im Wunderland von Tim Burton

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 24. Juli 2010, 18:49pm

Kategorien: #Filme

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Der Film hat weltweit über eine Milliarde Dollar (!) eingespielt und rangiert unter den Top 10 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten.

Nachdem ich den Film gestern gesehen habe, frage ich mich warum. Entweder bin ich, um Danny Glover zu zitieren, "zu alt für diesen Scheiss" oder der Film entfaltet seine volle Wirkung nur in 3D, wahrscheinlich auch in 4D, für die mir der Zugang augenscheinlich fehlt. 

Lewis Caroll's Buch habe ich leider nie gelesen, vielleicht wäre das ein Zugang gewesen. Ich weiss es nicht.

Das Thema ist schon interessant. Es ist spannend einem Mädchen, welches sich an der Schwelle zum erwachsen sein befindet und von ihrer bürgerlich-miefigen Welt erstickt wird in ein Kaninchenloch zu folgen um in eine Parallelwelt zu treten, voller fantastischer Figuren. Das es Pendants zu den real lebenden Menschen (in Alice' Welt) gibt ist unverkennbar und man fragt sich ständig was genau los ist und wie ein Bezug, eine Erklärung hergestellt werden kann, zumindest mir erging es so.

Das Problem, um es gleich zu benennen, ist die Tatsache, dass der Film merkwürdig steril wirkt. Burton ist bekannt für die Erschaffung surreal-düsterer Welten voller Geheimnisse. Auch in diesem Fall ist das so und die Bilder sind berauschend und voller Farbenpracht. Nur wirkt alles sehr künstlich und trotz der tricktechnischen Perfektion ist man sich beim betrachten bewusst, dass alles mit dem Computer erschaffen wurde. Das trübt den Genuss ungemein.

Die Handlung ist zudem sehr vorhersehbar, was die Spannung mindert und das Ende wirkt zu sehr schlüssig. Aber ich sage ja, wahrscheinlich ist das ein Film für Kinder und Jugendliche. Bis Alice allerdings die andere Welt betritt schafft es Burton Spannung zu erzeugen und auch mit Humor zu glänzen, danach verpufft dieser Effekt schnell.

Schauspielerich weiss die australische Newcomerin Mia Wasikowska durchaus zu überzeugen, wenn sie auch mimisch in eigenen Momenten schwächelt und den immer gleichen Gesichtsausdruck der Besorgnis auflegt.

Johnny Depp dagegen ist wie immer einzigartig und ein Erlebnis. Trotz der Maske und der schrulligen Frisur spielt er den irren Hutmacher so als wäre er es. Ein grossartiger Schauspieler. Auch Danny Elfman, der Haus- und Hofkomponist von Tim Burton, hat einen prächtigen Score mit einem sehr eingängigen Thema geschrieben für Orchester und Chor, welches einem auch nach dem Film im Ohr hängen bleibt.

'Alice im Wunderland' ist mitnichten ein schlechter Film, aber nach meiner Meinung definitiv Burton's schwächster.

Rick Deckard

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