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Zeiten des Aufruhrs

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 13. Juli 2009, 10:14am

Kategorien: #Filme



Der Film „Zeiten des Aufruhrs“ ist in erster Linie eine Kritik an der Gesellschaft in der sich alles um materiellen Besitz dreht.

 

Das junge Ehepaar Wheeler kauft sich ein Haus in der Revolutionary Road. April Wheeler (Kate Winslet) ist Schauspielerin, bekommt aber nach der Eheschließung mit Frank das erste Kind. Frank (Leonardo Di Caprio) der seine Arbeit in New York hasst, steht dem Vorschlag seiner Frau April skeptisch gegenüber nach Paris zu ziehen. Wir sehen ein frustriertes Ehepaar im Jahr 1955, dass sich für etwas besseres hält. Der spontane Lebenstraum nach Paris zu ziehen, wo alles besser sein soll, ist dem aktuellen soziologischen Phänomen der „deutschen Auswanderer“ nicht so fremd. Der Versuch der Wheelers sich aus dem monotonen Alltag zu befreien, scheitert an einer neuen ungewollten Schwangerschaft. Die Wheelers versuchen die bürgerliche Fassade der heilen Welt aufrecht zu halten, scheitern aber an sich selbst.

 

Das Drama nimmt seinen Lauf. Drama ist hier tatsächlich einmal programmatisch. Das Spiel von Winslet und DiCaprio ist posenhaft und erinnert an antike Dramen. Es kann sein, dass Mendes diese Spielform bewusst gewählt hat. Vielleicht hat er sich auch an den großen Darstellungen von Elizabeth Taylor und Richard Burton in „Wer hat Angst vor Virgina Woolf?“ bzw. Elizabeth Taylor und Paul Newman in „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ orientiert.

 

Leider irritiert die Umsetzung dieser Vorlage, da DiCaprio viel zu jung wirkt und Kate Winslet einfach kein amerikanisches Gesicht der fünfziger Jahre hat. Beide wirken nicht zeitgemäß, was passend ist, da sie denken, dass sie nicht der bürgerlichen Mitte entspringen, leider funktioniert die Umsetzung aber visuell nicht.

 

Trotzdem haben beide Schauspieler einige gute gemeinsame Spielsequenzen. Die Liebesszene in der Küche und die beiden großen Streitsequenzen zu Beginn und am Ende des Filmes werden von einer kleinen Wucht getragen, der man mit Abstand Respekt zollen darf.

 

Der Film wirkt oft wie verfilmtes Theater, uninspiriert. Zu viele Teile der Handlung finden in den Köpfen der Wheelers statt. Zwar bekommt der Zuschauer, der sich in der selbigen Lebensphase befindet, einen Spiegel vorgehalten, versteht allerdings nicht, dass die Beweggründe für die Flucht der Wheelers in der Gesellschaft liegt und nicht bei den Hauptcharakteren.

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