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www.lomax-deckard.de

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Musik, Kino, Kultur und Radiosendung musikabend 674.fm


Die ganze Welt ist ein Strand

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 11. Juni 2009, 18:33pm

Kategorien: #Filme

Eine der faszinierendsten Subkulturen ist das surfen und das Wort Kultur trifft hier in jedem Fall zu, da sich die Menschen die dieser Faszination erliegen in einem eigenen Kosmos, in einer eigenen Welt bewegen mit all ihren Ritualen, aber ohne Regeln. Der leidenschaftliche Surfer Dana Brown hat diese Welt auf Zelluloid gebannt und führt uns auf seinem Film rund um den Globus. Diesen Film sollte man und das werde ich tun wenn sich die Gelegenheit ergibt am besten in einem IMAX Kino sehen. Genervt vom hiesigen Wetter und der Kälte, ich werde im Alter wetterfühliger (!), stieg meine Laune gestern Abend ins sonnige als ich diesen wunderbaren Film sah. Die Menschen die darin der Natur, v.a. dem Meer erliegen erzählen von Ihrer Begeisterung und der Philosophie die sie dabei umgibt und es tat gut Menschen so reden zu hören. Ohne es selbst je einmal probiert zu haben konnte ich den Enthusiasmus ohne Zweifel nachvollziehen. Es geht um Freiheit, Grenzenlosigkeit, Toleranz, Respekt und v.a. eines: Spass. Und das ohne Doppeldeutigkeiten, ohne Vorgaben und wie der Film gleich am Anfang einblendet ohne Special Effects. Das Meer und die Wellen sind gewaltig, verstörend und faszinierend zugleich. Es kommen Legenden des Surfsports, neue und alte Helden rund um die Welt zu Wort und alle erzählen ihre Geschichten und Anekdoten, sie erzählen von ihrem Verständnis der Welt. Auch die Kritik an den Surfern, dass sie nicht produktiv seien und alle Klischees die ihnen entgegen geworfen werden werden sachlich kommentiert.

Dabei wird der Ritt auf den Wellen in absolut atemberaubenden Bildern eingefangen und in vielen Sequenzen fiebert man mit den Akteuren mit und wünscht sich förmlich dabei zu sein. Zu sehen wie der kleine Mensch versucht mit dem Element Wasser zu spielen und es zu bändigen ruft eine Gänsehaut hervor und der ganze Film ist im Gegensatz zu 'Endless Summer' keineswegs schwermütig, sondern extrem erfrischend und eine unglaublich gute Laune verbreitend. Oder hätte jemand gewusst, dass man selbst an der Küste Irlands in Eiseskälte surfen kann, oder am Meer in Texas auf den "Tankerwellen" minutenlang das Wasser geniessen kann? Selbst im Landesinneren gibt es die Möglichkeit auf einem Brett zu gleiten, ob jung oder alt, dünn oder dick, hell- oder dunkelhäutig. Ich habe im Leben keinen dieser Typen persönlich kennen gelernt, aber wenn sie in die Kamera blicken und erzählen glaube ich ihnen, denn sie sind entwaffnend ehrlich und leben das, wovon andere den ganzen Tag Träumen, meine Person mit eingenommen. Es ist so wie sie sagen: einfach ein Wahnsinnsspass, eine irre Freude auf diesem flüssigen Element fast zu schweben. Ich glaube es muss ein ungeheuerliches Gefühl von Freiheit gepaart mit einem irrsinnigen Adrenalinkick sein, wenn man umweht von einer tosenden Brandung auf einer riesigen Welle und einem Holzbrett dem Strand entgegen surft und lässig seinen Kopf ins Wasser hält. 

In einer Szene sieht man die Surfer am North Shore, Oahu, Hawai und unweigerlich kommt einem die erste Zeile von Elvis Presley in den Sinn, wenn er singt "Dreams come true, in Blue Hawai". Eine Welt aus durchsichtigem blau, sich bewegende Wassermassen und eine wunderschöne Natur. Daneben sieht man Bilder von der Osterinsel, begleitet einen Vater und seinen Sohn nach Vietnam und sieht überall lachende und freudige Gesichter - eine echte Alternative zur Tristesse des Alltags, auch wenn der dort noch schwieriger und schlimmer sein müsste als hier. Am Ende des Films fahren die Cracks mit dem Boot hinaus auf das offene Meer, lassen sich von einem Jet Ski ziehen und reiten gigantisch hohe Wellen - unglaublich und schwer nachzuempfinden, was da in einem vorgehen muss. Faszinierende Bilder! Ich habe in meinem Leben auch mit Wellen zu tun gehabt, auch wenn sich diese 'Donau Wellen' schimpfen, aber nach diesem Film und den vorherigen die ich gesehen habe reizt es mich ungemein das einmal zu versuchen und auch wenn die waves nur 1m hoch sein sollten. Wer kann es da Brian Wilson übel nehmen, wenn er diese Atmosphäre, diese Welteinstellung und dieses Gefühl in seinen Songs mit seinen Beach Boys besingt?

Auf einer Welle der Euphorie,

R.D. 

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