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www.lomax-deckard.de

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Sizzla „Ghetto Youth-ology“

Veröffentlicht von Alan Lomax und Rick Deckard auf 7. Mai 2009, 14:47pm

Kategorien: #Populäre Musik



Ausgehend davon, dass die verehrte Leserschaft dieses Kurzweils, genau weiß, was die Rastafaribewegung ist und bedeutet, erlaube ich mir nun kurz zu erläutern, was die Bobo Ashanti Bewegung ist, in der sich auch, der in der Folge, besprochene Künstler Miguel Orlando Collins aka Sizzla Kalonji befindet.

 

Ein Erkennungsmerkmal der Bobo Ashanti Anhänger ist ein Turban unter dem die Dreadlocks versteckt werden. Wahrscheinlich um das „Heiligtum“ vor den Blicken Ungläubiger zu schützen. Wie auch immer, es ist ein Erkennungsmerkmal.

 

Interessanter ist der Ursprung der Königreichs Ashanti. Das heutige Ghana (kartografisch nicht ganz korrekt)! Die ältesten Ursprünge liegen wohl bei einem Volk, dass sich dann Bobo nennt. Na ja usw. Wenn man bei Ethnien aus Afrika erstmal anfängt zu recherchieren, dann ist man schnell mal 2 Wochen seines Lebens los.

 

Noch schwieriger wird es dann, wenn man versucht, nachzuvollziehen, warum Anhänger von Bob Ashanti homophob sind. Die Ursprünge und Herleitungen dafür können wohl nur Wissenschaftler darstellen. Sollen sie auch, denn korrekt ist das ja nicht. Streitbar ist das auch und alles in allem ist alles nachvollziehbar und dann auch wieder nicht.

 

Ohne oberflächlich sein zu wollen, Sizzla auf seine Texte zu reduzieren wäre zu einfach. Letztendlich sind die anti—homosexuellen Thesen eh nur eine Darstellung für Männlichkeit in der Dancehallszene. Mir ist es eigentlich egal. Sollte es nicht, muss es auch nicht mehr, da Sizzla die Selbstverpflichtung der Reggae Compassionate Act unterzeichnet hat. In dieser Erklärung verpflichten sich Reggae-Künstler auf Nächstenliebe, Respekt und für Verständnis aller Menschen.

 

Eine schöne Idee! Könnte man für deutsche Chart Künstler auch einmal einführen. Allerdings hat Sizzla in Jamaika die Unterzeichnung bestritten und toastet wieder Texte wie: „Verbrennt Männer, die Sex mit Männern haben“.

 

Natürlich gute PR, politisch völlig unkorrekt, keine Frage! Sizzla muss ja auch noch für die Rückführung der afrikanischen Völker in die alte Heimat kämpfen. Außerdem gegen das babylonische System des Kapitalismus. Eine anstrengende Aufgabe. Wollen wir ihn nicht überfordern und uns freuen, dass er noch ein wenig Zeit hat Musik zu machen und eine Sportzigarette zu rauchen.

 

Seine neue Platte „Ghetto Youth-ology“ strahlte mich kürzlich beim Plattenhändler meines Vertrauens an. Sie ist positiv, bunt und man will sie haben. Ich auch! Auch das Auflegen und hören macht Spaß!

 

Was soll ich nun groß über Riddims und Grooves philosophieren. Sizzla ist ein Ausnahmekünstler mit einer Botschaft. Auch wenn die einwenig verquer ist, es lohnt diese zu entdecken und nicht vorschnell zu urteilen.

 

Bun down Babylon

Es lebe Alan Lomax!

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