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www.lomax-deckard.de

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Here comes the Sun ...

Veröffentlicht von Alan Lomax und Rick Deckard auf 1. Mai 2009, 18:23pm

Kategorien: #Kommunikation

Ich bin endgültig aus dem Winterschlaf erwacht. Wunderbare Tage sind das. Vorbei die Grübelei, vorbei die Trash-Diskussionen über das Wetter, überall blüht und spriesst es, die Vögel zwitschern. Da fällt es mir schwer mich an den PC zu setzen, dann lieber an den Grill.

Gestern auf dem Weg nach Hause ist mir eingefallen, dass heute Feiertag ist und mir kam die gloriose Idee bei dem Supermercado um die Ecke zu halten um einzukaufen, ein Ritual welches ich eigentlich Abgrund tief hasse. Jedoch sind ja 'Hass und Zorn', welche bekanntlich zur dunklen Seite der Macht führen, verflogen, daher überwand ich mein 'Über-Ich' und 'Es' sagte mir: halt an und tu Dir was gutes. Gedacht, getan. Ich bog um die Ecke und versuchte einen Parkplatz zu finden, bereits hier keimten die dunklen Freunde der Macht wieder kurz auf, bis ich 3 Chinesen wild gestikulierend in einem Japaner sitzen sah, die einem anderen Verkehrsteilnehmer das Signal gaben seinen Wagen aus der Lücke zu fahren. Ich wunderte mich kurz was wohl 3 Chinesen in dieser Region verloren hätten, aber da wir 'Universtitäts-Stadt' sind wunderte mich das dann doch nicht. Ich musste lachen und parkte ein. Auf diese wunderbare Idee kamen anscheinend auch noch andere ausser mir ... .

Ich gehe ungern mit einer Liste einkaufen, sondern versuche spontan zu sein und den Werbefachleuten mit Ihrer ständigen Manipulation eins auszuwischen, was mir aber am Ende doch nicht gelingt. Früher konnte man einen Einkaufswagen einfach mitnehmen und irgendwo später stehen lassen, heute muss man Münzen in diese Dinger schieben und Geld verbindet. Drinnen angekommen wurde die Macht immer stärker, sah ich doch Schlangen an den Kassen. Mein Hunger trieb mich aber weiter. Nebenbei: ich kaufte ein bei diesem Markt, die "Lebensmittel lieben". An der Fleischtheke angekommen beobachtete ich wie die Kunden nervös von dem einen auf das andere Bein trippelten um ja 'dran zu kommen. Grossartig wie man sich gegenseitig beobachtete. Ein Paar vor mir kaufte die halbe Auslage leer, entweder um sich damit umzubringen oder weil sie Gäste (Achtung!) "über die Feiertage" hatten. Respekt, da ging einiges. Als ich dran kam wurde ich nervös, weil man mich jetzt beobachtete. Souverän orderte ich " 2 Nackensteaks", "...ja, die mit Kräutern!" und war froh, als man mir einen "schönen Feierabend" wünschte. An der Kasse sah ich 3 Schokoladen-Riegel auf dem Boden liegen und wollte diese erst aufheben und sie zurücktun, erinnerte mich aber an den römischen Stadthalter Crispus und liess sie liegen. Früher hätte ich ein schlechtes Gewissen gehabt, heute schmiede ich an meinem eigenem Glück. (Ich muss allerdings gestehen, dass mich seit 2 Tagen Rückenschmerzen quälten).

Grossartig! Heute morgen schien die Sonne am Himmel und in mir. Mit einem frisch gebrühten sensiblen Kaffee und armiert mit 2 Zeitschriften setzte ich mich in den Pavillon im Garten und atmete tief durch. Totale Stille um mich. Gerade gestern war ich mit Kopf- und Rückenschmerzen nach Hause gekommen und hatte nach zu viel Single Malt Verzehr Sodbrennen, heute war alles verflogen. Entgegen der sonstigen Gewohnheit jeden Satz 3x lesen zu müssen, da vollkommen übermüdet von der Arbeit, konnte ich nun die Gedanken des Autoren schon im Vorfeld erahnen. Ich kam mir vor wie der Jimmy Connors des Lese-Returns.

Mir fehlte etwas, nämlich Musik. Und da ja heute diese einem bei "allem begleitet was man tut", stöpselte ich mir diese berühmten weissen Kopfhörer in den Meatus acusticus externus und fröhnte den virtuellen Einkäufen. Die Sonne strahlte und der Himmel war Himmel-Blau. Perfekt. Die 'Vatis' aus dem Umgebung hörte man nicht, keinen Rasenmäher, keine Kettensäge. Waren sicherlich voll alkoholisiert 'in den Mai' gekommen. Mich störte es nicht.

Später am Tag legte ich Old School Manier (!) die Steaks auf und überlegte kurz welche Grippe uns demnächst vom Nahrungsmittel-Verzehr abhält. 'Wie funktioniere ich': ich hatte mich entschieden die Steaks mit einem Kölsch 'runter zu spülen, als Beilage gab es Kräuterbaguette. Später dann einen Schnaps von den Gebrüdern Albrecht. 
Normalerweise schlage ich beim Grillen extrem variantenreich auf und hatte gestern kurz überlegt Straussen-Fleisch zu bearbeiten, aber wie durch einen Pawlow'schen Reflex fürchtete ich sogleich den 'Armageddon', da ein zutiefst religiöser Mensch aus meiner Nachbarschaft mich genau vor 2 Jahren versuchte hatte an einem Abend exakt mit diesem Fleisch und der Bibel zu bekehren. Ich wand mich ab von dem Gedanken. 

Jedes Jahr freue ich mich auf den Herbst und den Winter, aber mit zunehmenden Alter auch über diese so seltenen warmen Tage im Jahr. Es tut der Seele gut und der Vitamin D Synthese auch. Die Tage sind lang, die Gemüter erfrischt und sonnig, Distelmeyer und seine 'Wolken-Frage' verzogen. Es tut gut draussen zu sitzen, frische Luft zu atmen und um mal jemanden bekanntes zu zitieren "... den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen!"

... and I say, it's alright ...

Mit Gedanken und in Gedenken an Mr. George Harrison.

Einen schönen ersten Mai wünscht,

R.D.

Bildquelle: Pingback von Relax-Wiese für das Wohnzimmer/ Webstyler; Copyright Gizmodo

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