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www.lomax-deckard.de

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Charles und wie er die Welt sieht, oder: Musik durch die Brille eines anderen

Veröffentlicht von Alan Lomax und Rick Deckard auf 4. April 2009, 09:57am

Kategorien: #Populäre Musik


Durch das Internet und mit freundlicher Unterstützung von A.L. habe ich jemanden kennen gelernt, den ich hier einfach nur mal 'Charles' nennen möchte. Einmal im Leben habe ich Ihn 'in natura' gesehen. Seit einigen Tagen schickt er mir auf dem elektronischen Weg Tracks zu die ich höre und hier einmal vorstellen will. C. hat, um es klassisch-langweilig zu beginnen, einen vollkommen anderen Geschmack als ich. Nach den ersten Tracks wusste ich gar nicht wie ich das alles verarbeiten sollte, da ich Musik dieser Art noch nie gehört habe und wie es die Natur des Menschen ist, ist alles Fremde erstmal mit Argwohn zu betrachten. Was einem fremd ist, ist zunächst gefährlich. Nun trudelten diese Songs auf meinem Rechner ein, bis C. plötzlich gestern in die vollen Ging und mir einen Song schickte der mich etwas nachdenken liess, was hier aber zu weit führen würde. Ob beabsichtigt oder nicht, es war eine taktische Glanzleistung. Nun schreiben hier Ich und Lomax, Lomax & Ich über unsere Sicht der Dinge.

Heute wird C. auf das Podest gestellt, der über seinen Schatten gesprungen ist und sich bereit erklärt hat seine wertvolle Zeit zu opfern und das muss gewürdigt werden.

Diese Tracks kamen letzte Woche bei mir an: (Name, Interpret, Album)

Accident à Londres, Souvenir, 64

Gitarre, Synthies, Drum Machine, französischer Gesang. Brauchte etwas Zeit und habe diesen Track mehrmals gehört. Musik aus dem Jahr 2007 die klingt, als sei sie aus dem 80'er Jahren in die Neuzeit gebeamt worden. In meiner Jugend war ich ein grosser Fan von Synthesizern. Das ganze klingt irgendwie nach Lack, Glanz, Neon und Licht. Und ein bisschen schlüpfrig ist es auch.

Baby, Os Mutantes, Everything is possible: Das Beste of Os Mutantes

Wie man dem Cover entnehmen kann kommen die aus Brasilien. Tragen eine Mischung aus Klamotten querbeet durch die Jahrzehnte. Französischer Gesang, skurrile Geräusche, eine Orgel, Schlagzeug fast im Gestus eines Marsches. Multiple Stimmen übereinander. Die Gitarre sollte von Menschen die Migräne haben vernachlässigt werden.

Sliding Through Life On Charm, Marianne Faithfull, Kissin Time

Die Dame kenne ich. Der Song erinnerte mich in den ersten Takten sofort an Amanda Lear und 'Don't follow me'. Gefiel mir sofort auf Anhieb. Ist auch kein Wunder, da alles sehr harmonisch, weich und nachvollziehbar. Zudem eine unmittelbare Reaktion auf meinen zugeschickten Titel. Sehr schönes Cover. Hier wurde eine erste gemeinsame Ebene mit C. erkennbar. (Sehr spannend nebenbei das Ganze!). Ist das hier dieser 'Wall of Sound'?

Leaving the Scene behind, The Wave Pictures, Instant Coffee Baby

Exzellente Gitarre. Abgedrehter Gesang. Kopfnicken, Fußwippen. Gar nicht übel. Sehr variantenreich. Eine sehr interessante Inspiration. Später drehen die Seiteninstrumente durch und verselbstständigen sich, was mir etwas Kopfschmerzen bereitet hat, aber hören mit einem guten Timing schnell wieder auf.

Live Knives (Daniel Dexter Remix), The Fashion, The Fashion

Grandios, C. legt auf! Jetzt geht's ab. Musste lachen (weil ich mich freute). Endlich was zum tanzen. Martialisches aber intelligentes Cover. Perfekte Muzak um mit heraushängendem Ellenbogen durch die Stadt zu fahren.

More Than Ever, Bedhead, Transaction de Novo

Es wird ruhiger. Punktuell betonte Gitarre. Zurückhaltender Gesang. Ausruhen. Gleitet ruhig vor sich in und entwickelt sich zum Ende hin. Der perfekte Counterpart zu den Messern.

Gehe, Zähle, Kolossale Jugend, Heile Heile Boches

Kannte ich bereits, da der Hauptdarsteller aus 'Dallas' diese Band mehrfach euphorisch erwähnt hat. Steht bei mir im Compact Disc Regal. Meine Jugend war leider nicht so kolossal. Die Musik ist es, etwas vorsichtig gesagt, auch nicht. Ich denke man "muss" mit Ihr aufgewachsen sein. Insofern will ich mich auch in Zurückhaltung üben.

Where's Da G's (Ft. Bun B, Pimp C), Dizzee Rascal, Maths + English

Alter, Alter! Gerade gestern noch zum Hip-Hop-Jargon geschrieben fährt C. jetzt alles auf und haut mir Dizzee um die Ohren. Akkurat und der beste Track bisher. Sensationeller Album Titel. 

Eine gute Woche. Neue Musik. Neue Welten. Natürlich will ich den Titel des Beitrags nicht all zu sehr strapazieren, aber die letzten Tage haben mir doch wieder eine Sicht auf die Welt eines anderen gezeigt. Ob das alles einem gefällt oder nicht ist nicht die Frage, sondern seinen Horizont stets und ständig zu erweitern, das zählt: Brasilianer, HipHop, Elektronik, Indie, in die Jahre gekomme und singende Groupies, alte deutschsprachige Bands.

Charles! Go on and give it to me!

Sollten weitere Tracks folgen, wird auf diesem Blog zukünftig 'C.'s World' etabliert.

"Wir werden sehen!", sprach der Blinde.

R.D.


Bildquelle: Copyright 2008 Mr. Spex 

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