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Greenland - Ric Roman Waugh

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 9. März 2021, 08:50am

Kategorien: #Alan Lomax Blog, #Essay, #Feuilleton, #Filme, #Kommunikation

Greenland - Ric Roman Waugh

Jede Epoche bekommt die Filme, die sie verdient. Als wenn die Welt derzeit nicht schlecht genug dran wäre und wir wöchentlich von miesen Serien- und Filmproduktionen überspült werden, die sich leidlich mit den Themen Katastrophen in Form von Pandemien und Infektionen auseinandersetzen, müssen wir auch noch diese ganzen C-Möchtegern-Blockbuster ertragen.

Selbst schuld, daran ist der, der sich den ganzen Mist auch noch ansieht. Also ich! Sei es nun der Wunsch nach Abwechslung, das Interesse am Film im Allgemeinen, in der Kunst oder einfach nur um sich unterhalten zu lassen!

Jeder* darf mir nur nun unterstellen: „Selbst schuld, mein Lieber“! Was soll ich sagen und die Antwort eines Junkies kennen alle, die mit dem Thema persönlich was zu tun hatten oder Helping Hands in Filmen gesehen haben. Vielleicht wäre eine Intervention notwendig um mich zu heilen. Wie würde die aussehen?: Guter Freund: „Lieber Alan, wir lieben Dich als Person, als Vater, Sohn und wegen Deiner unglaublichen ….usw., aber Du musst aufhören Dir so viel Mist im Fernsehen anzusehen, sonst, drehst Du langsam durch, wir machen uns Sorgen! Alan: …aber ich will Gerard Butler sehen und ich will einen chaotischen Komententhriller sehen und ich will, ich will!!!

Genau, ich konnte mich durchsetzen. Rick Deckard (ein etwas bedachterer Filmjunkie, aber vom Herzen und dem Ruf seiner Venen auch voll dabei) lieben Gerard Butler. Langsam aber sicher, hat er sich in unser Herz gespielt, denn der Schauspieler entspricht unserer sehr altmodischen und sehr reaktionären Vorstellung von einem Helden, wie es ihn nur im Film gibt. In einer Phantasiewelt, wie sie in Wahrheit nie funktionieren würde. Eine Flucht aus dem Alltag. Reine Unterhaltung. Film rein, Allltag raus! Und es gibt sie noch diese Filme, die so funktionieren. Popcorn Kino, nannte die Film-Essay-Schreiber* früher abfällig dieses Genre. In Wirklichkeit, haben diese Leute aber auch all die Action- und Blockbusterspektakel geguckt. Oft sind sie verkleidet mit Hut, Sonnenbrille und angeklebten Bart in die Videotheken und Cineplexe dieser Welt gelaufen und haben Spaß gehabt. Denn WIR ALLE lieben es „fett und perfektionistisch“. Da kann auf Dauer kein Film Noir, Autorenfilm oder Stummfilm mithalten.

Gerard „Gerry“ James Butler, ist sowas wie die letzte Action Instanz des westlichen Kinos und unserer Generation. Ein gut aussehender Schotte, geboren 1969, Theater Schauspieler und Celtic Glasgow Fan. Ein Draufgänger im klassischen Sinne. Hatte Affären mit Cameron Diaz, Jennifer Aniston, Naomi Campbell, trinkt gerne mal einen über den Durst. Seine Filmografie wird nicht ausreichen, dass ein Filmmuseum in 200 Jahren eine Butler Retrospektive macht. Der Schotte ist ehr sowas wie Relikt der Vergangenheit, vom Typ her und definitiv eine Aussterbende Art. Zu viel Testosteron, zu viel Kraft, zu viel Männlichkeit. Das passt nicht mehr so ganz in diese Zeit und wie gesagt, seine Filme sind eben Filme und keine Werke.

Dennoch sind viele Entdeckungen dabei und insbesondere sollte die „Has-Fallen“-Reihe genannt werden, in der Butler, Mike Banning spielt. Action Bombast der Extraklasse, aber wirklich nur für Fans des Genres. Lassen sie bitte die Finger davon, wenn Sie z. B. nicht wissen wer Don Siegel oder John Milius war. Ric Roman Waugh war Stuntman in den Filmen Universal Soldier, Last Action Hero oder Hard Target. Mit Val Kilmer und Stephen Dorff drehte er 2008 den Film Felon. Ein B-Masterpiece der Sonderklasse. Insbesondere wegen Val Kilmer’s tragischer Darstellung. 2012 drehte er Deepwater Horizon mit Mark Wahlberg. Ein würdevoller und sehr pathetischer Film über die wahren Geschehnisse der Ölplattform gleichen Namens. Der amerikanische Regisseur drehte dann auch die „Has-Fallen“-Reihe und letztendlich GREENLAND. Ich schreibe das, um aufzuzeigen, dass Ric Waugh kein unbeschriebenes Blatt in Hollywood ist und somit auch GREENLAND perfekt inszenieren konnte. Ein gutes Team also.

Der Film überrascht in keiner Minute mit irgendwelchen Ideen, die wir nicht schon zig mal gesehen haben. Das Drehbuch ist nicht sonderlich optimistisch und der Film ist auch recht humorlos. Auch die familiäre Beziehung ist zu oft gezeigt worden und das der Junge, der mit auf der Flucht zum berühmten Bunker ist(der sich diesmal in Grönland befindet) an Diabetes leidet ist nun auch nicht wirklich der Clou, sondern eine weitere Steilvorlage um einige Sequenzen die nicht passen würden, zusammenzuschneiden. Aber! Der Film hat dennoch eine gewisse Glaubwürdigkeit (sie verstehen schon :-), zumindest was die Hauptdarsteller angeht. Butler unternimmt natürlich alles und wir lieben ihn dafür. Seine Frau (Morena Baccarin) die wir bereits seit der Serie Homeland in unser Herz geschlossen haben, spielt fast grandios, auch weil sie meistens die Rolle so angelegt ist, dass es nachvollziehbar ist. Toll übrigens der Cameoauftritt von Scott Glenn, einem alten Hollywood Haudegen aus längst vergessener Zeit, dem ein ähnliches Schicksal der Vergessenheit droht, wie es eben auch Butler bevorsteht. Auch wenn Scott in Meisterwerken wie Der Stoff, aus dem die Helden sind bis Apocalypse Now mitgespielt hat. Seid doch mal ehrlich, ...wer kennt Scott Glenn?

Es wird halt immer so bleiben und Bruce Willis sagte es einst richtig: „Einer muss den Job ja machen!“

Moment, da ist ein QR-Code auf meinem Handy. Aus dem Bundeskanzleramt…komisch, ich muss schnell los!

Alan Lomax

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