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Making Montgomery Clift - Robert Clift und Hillary Demon

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 26. Dezember 2020, 12:32pm

Kategorien: #Filme

Making Montgomery Clift - Robert Clift und Hillary Demon

Ende der 40er, Anfang der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erblickte ein Typus Schauspieler die Leinwand, den es so bislang in Hollywood nicht gegeben hatte. "Monty" Clift lief mit seinen sensiblen und zerbrechlichen Charakterdarstellungen dem Hollywood-Machismo diametral entgegen und schuf den Grundstein für eine andere Art der Schauspielkunst, die weit in das neue Jahrtausend hinein maßgeblich war. 

Er war nicht alleine der Wegbereiter für diese neuartige Kunst der Darstellung, es waren die Methode nach Stanislawski, die Schauspielschule von Stella Adler, das Method Acting, die den Rahmen für ihn lieferten. Clift jedoch war einer der wenigen Schauspieler seiner Generation, der mit dieser Methode Glanzleistungen ablieferte.

Lomax und ich debattierten dieses Jahr lange darüber, ob man den Künstler von seinem Werk trennen kann, um beides unabhängig voneinander zu bewerten. Auslöser der Diskussion war das Privatleben vieler renommierter Künstler, wie das von beispielsweise Roman Polanski und Kevin Spacey. Ist es moralisch richtig gleich das gesamte Werk eines Künstlers wegen seines unmoralischen Privatlebens zu verwerfen?

Das Thema ist nicht neu. Montgomery Clift musste zeitlebens mit Dämonen kämpfen, sich seiner Homosexualität schämen, Schicksalsschläge erleiden. Liest man über den Schauspieler, so finden sich stets immer wieder die gleichen Berichte über seine Alkohol- und Tablettensucht, seine ausschweifendes Privatleben und seine Exzesse.

Seine Familie kämpft mit dem Dokumentarfilm MAKING MONTGOMERY CLIFT um die Reputation des Schauspielers. Der Bruder von Montgomery Clift legte ein grosses Archiv an und aus diesem riesigen Fundus schöpfte der Neffe des Schauspielers, Robert Clift, um der Öffentlichkeit ein anderes Bild seines Onkels zu präsentieren. Über Berichte, Tonbänder, alte Filme und Zeitzeugenberichte versucht Robert Clift ein Porträt zu zeichnen, dass den Schauspieler in ein anderes Licht stellt, Seiten zeigt, die nicht der Wahrheit des Boulevard-Journalismus entsprechen.

https://www.makingmontgomeryclift.com

Ich bin sehr gespannt auf den Film, weil Montgomery Clift einer der besten Schauspieler aller Zeiten ist, nicht nur mit immensen Einfluss auf nachfolgende Generationen, sondern ein Künstler, der mit und durch sein Spiel einer der ersten war, der Lomax' und mein Interesse an der Schauspielkunst weckte. Über ihn, sein Spiel, seine nuancierte Darstellung erschlossen sich viele neue Welten für uns. Neue Universen der Filmkunst und -kultur öffneten sich über Frank Sinatra hin zu Robert De Niro.

Dieses Erbe, welches der brillante Schauspieler hinterlassen hat, gilt es zu wahren. Insofern ist den Machern um Robert Clift und seiner Familie zu danken, dass Sie die Mühe auf sich genommen haben, der Welt einen anderen Menschen zu präsentieren.

Ich bin der Auffassung, dass das Werk eines Künstlers von seinem Privatleben getrennt zu betrachten ist.

Montgomery Clift war ein sensationell guter Schauspieler.

​​​​​​​Das allein ist es, was zählt.

Rick Deckard

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