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THE PARTY - Henry Mancini

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 7. Oktober 2020, 20:43pm

Kategorien: #Orchestrale Musik

THE PARTY - Henry Mancini

Müde? Stressiger Alltag? Herbst-Blues?

Dimmen Sie das Licht, krempeln Sie die Bluse/ das Hemd zurück, mixen Sie sich einen Frozen Daiquiri, legen Sie die Füße hoch, schliessen Sie die Augen und legen Sie THE PARTY von Henry Mancini auf.

Vor vielen Jahren habe ich THE PARTY (Der Partyschreck) von Blake Edwards gesehen, dessen Humor ich eigentlich sehr schätze und dessen Dialoge und Filme mich zum Lachen bringen. Aber es war anders bei THE PARTY. Peter Sellers, das muss indes vorausgeschickt werden, ist als Hrundi V. Bakshi phänomenal! Ich habe seinerzeit den Film nach 30 Minuten abgeschaltet, weil mir Handlung und Gags zu absurd vorkamen.

Vielleicht war ich nicht locker genug? Ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht, wie ich diesen Edwards Film einordnen soll? Ultra-Trash? Anarcho-Klassiker? Kult-Klassiker? Unsinn? Gaga? Vielleicht erfüllt der Film auch alle Vorgaben des Begriffs Avantgarde: Vor der Garde laufend. Waren Edwards und Sellers ihrer Zeit voraus?

Es ist merkwürdig. Recherchiert man im Zwischennetz und gibt THE PARTY als Suchbegriff ein, so findet man viele Kritiken, in denen immer wieder Parallelen zu Jaques Tati und seinem visuellen Stiel gezogen werden. Tati. So wie Truffaut ein Künstler, bezüglich dessen (pop)kultureller Bedeutung ich mich bis heute mit Mr. & Mrs. Lomax "streite". 

Lomax sprach vor kurzem bezüglich der Betrachtung von Filmen, die man bereits gesehen hat, von dem Begriff "Diametral", also entgegengesetzt. Damals "pfui, heute hui", um es bewusst etwas salopp zu formulieren. Können sich Eindrücke und Gefühle so entscheidend im Laufe der Jahre ändern?

Sehr gewagte These von Alan Lomax.

Vielleicht werde ich mir unter dieser Prämisse den Film erneut ansehen ... .

THE PARTY - Henry Mancini

"Hank Man", wie Mancini unter Kennern auch bezeichnet wird, ist ein Meister der Melodien. Ein unglaubliches Talent. Mir kommt in diesem Zusammenhang immer wieder Burt Bacharach in den Sinn, dessen Songs und Kompositionen ja auch als "Easy Listening" verkauft, promotet wurden, was sie - wie man zwischenzeitlich ja weiß - nicht waren. Es verhält sich ähnlich bei Mancini.

Es gibt eine sehr schön aufgemachte CD mit der Musik zu THE PARTY. Die CD wurde schon vor Jahren im Stil einer LP im CD Format herausgebracht. Klappt man den Pappschuber auf, so offenbart sich ein Teil des genialen Artwork aus den Sixties, das Inhalte und Szenen des Films wie ein Comic darstellt und an dem man sich nicht satt sehen kann. Auf der Rückseite (siehe oben) ist auch die Rückseite der LP abgebildet und die Front der CD selbst sieht aus wie eine LP.

Wohl dem, der die Platte sein eigen nennen darf!

Nachdem Sie die Augen geschlossen haben und an Ihrem Drink nippen, den Alltag vergessen, fällt Ihnen plötzlich ein, wie grossartig diese Musik ist. Ein Traum aus Sixties Lounge-PoP mit Background Vocals (The Party Pools - kein Scherz!) und federleichtem Jazz. Die Fähigkeiten eines Mancini Musik nicht nur eingängig zu komponieren, sondern auch zu arrangieren, ist einmalig.

Es gibt auf dieser Scheibe nicht einen einzigen Track, der schlecht ist, oder den man überspringen möchte. Die Musik ist umgeben von einer Eleganz und Nonchalance, dass man hier und dort wieder und wieder tief in den Bauch atmet und alles von sich fallen lässt.

Als Am Ende "Hank Man" indische Tablas und die Sitar erklingen lässt und mit einer Akustikgitarre konterkariert, dann spürt man, dass nicht nur Edwards und Sellers geniale Komiker waren.

Die Platte ist ein kleines Meisterwerk.

Aus dem Partykeller,

Rick Deckard

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