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Öffentlicher Brief an Alena Schröder Betrifft: Arktikel Süddeutsche Zeitung „Schluss mit der TV-Nostalgie“

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 11. September 2020, 14:09pm

Kategorien: #Alan Lomax Blog, #Essay, #Fernsehen, #Feuilleton, #Filme, #Kommunikation

Öffentlicher Brief an Alena Schröder Betrifft: Arktikel Süddeutsche Zeitung „Schluss mit der TV-Nostalgie“Öffentlicher Brief an Alena Schröder Betrifft: Arktikel Süddeutsche Zeitung „Schluss mit der TV-Nostalgie“
Öffentlicher Brief an Alena Schröder Betrifft: Arktikel Süddeutsche Zeitung „Schluss mit der TV-Nostalgie“Öffentlicher Brief an Alena Schröder Betrifft: Arktikel Süddeutsche Zeitung „Schluss mit der TV-Nostalgie“

Öffentlicher Brief an Alena Schröder Betrifft: Arktikel Süddeutsche Zeitung „Schluss mit der TV-Nostalgie“
https://sz-magazin.sueddeutsche.de/fernsehen/lucky-luke-familie-feuerstein-zurueck-in-die-zukunft-tv-nostalgie-87127
von Alan Lomax

Liebe Alena Schröder,
auf diesem Blog beschreiben wir seit nunmehr 12 Jahre unsere kulturellen Erlebnisse und Erinnerungen. Weitestgehend haben diese Blogeinträge mit popkulturellen Einflüssen zu tun. In den 2691 Artikeln, die in unserem Archiv ruhen, werden Sie keine einzige rassistische, beleidigende und irgendeine Minderheit diffamierende Zeile finden. In diesen Zeiten muss diese Positionierung ja deutlich gemacht werden, bevor einem unterstellt wird, dass man in irgendeiner Weise ein Mensch ist, der andere beleidigt oder sich anmaßt durch verbale Verletzungen und Überlegenheit zum Ausdruck zu bringen, dass er besser ist. Somit habe ich auch allerhöchsten Respekt vor Ihrem Artikel und glaube sogar zu verstehen, dass sich Ihre Intention nicht böswillig gegen die Künstler richtet, die für die „Fernsehserien der Kindheit“ nach Ihrer Definition verantwortlich sind.
Ich möchte in diesem öffentlichen Brief nun auch gar nicht Ihre Intention in Frage stellen, da der ganze Sachverhalt zu komplex ist, um ihn schriftlich aufzugreifen. Alleine der soziokulturelle Zusammenhang würde Ufer sprengen. Eine Debatte ist dennoch erforderlich! Und lassen Sie mich das noch kurz erwähnen, bevor ich zu meinen Hauptkritikpunkten kommen: Sicherlich kennen Sie auch die Vorbehalte von Christiane Kassama, die sich richtigerweise für eine Rassimus kritische Frühbildung in Kitas einsetzt, aber eben auch aus dem Schönen Schreckliches macht und z. B. Kinderbuchklassiker wie Jim Knopf oder das Liedgut „Drei Chinesen auf dem Kontrabass“ in Frage stellt, da diese aus Ihrer Sicht Rassismus transportieren.
Wissen Sie, ich bin ein optimistischer Realist und daher glaube ich auch immer noch an das Gute im Menschen. Sie und Frau Kassama tun das auch und letztendlich wollen wir alle etwas gegen Rassismus unternehmen! Das ist gut so…; aber es geht nicht, dass wir im kulturellen Bereich in eine Art schizophrene Xenophobie verfallen bzw. leichtfertig Widersprüche publizieren, die Künstler und Autoren wie Michael Ende, Morris oder sogar den bekanntesten Comicautoren des 20. Jahrhunderts René Goscinny, unbedacht und respektlos unterstellen, dass diese Minderheiten diskriminiert haben oder gar Rassisten gewesen sind.
Meine Befürchtung ist, dass hier zu leicht mit der Kunst umgegangen wird und so eine Hexenjagd entsteht, die a) die falschen Bezüge herstellt und b) wenig reflektiert wird. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich möchte hier nicht in eine Diskussion einsteigen oder gar in Frage stellen, ob Wörter wie „Negerjunge“ (Jim Knopf) oder „Rothäute, die Stammestänze aufführen“ (Lucky Luke) zeitgemäß sind. Denn das sind sie natürlich nicht! Aber ich möchte in Frage stellen, ob Ihr Text, der mit dem Satz „Gerne verklärt man die Fernsehserie der Kindheit“ dieses komplexe Thema tatsächlich zielführend auf den Punkt bringt.
Ihr Artikel ist subjektiv und das ist ok für mich. Aber er beinhaltet leider auch eine außerordentliche Kulturkritik, die ich als Nostalgiker und Kulturliebhaber eben nicht auf die leichte Schulter nehme. Insbesondere, weil ich mich nicht persönlich hinterfragen lassen möchte, ob ich ein rassistischer Mensch bin, der all‘ das, was Sie als „verklärt“ identifizieren, liebt.
„Frau Geröllheimer? Es gibt da ein kleines Problem mit Ihrer Kreditkarte." - "Und das wäre?" - "Sie muss zertrümmert werden!“ …und mal ganz ehrlich, Frau Schröder! Müssen Sie nicht auch schmunzeln, wenn Sie so einen Satz lesen?

Hochachtungsvoll,
Alan Lomax

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