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Badly Drawn Boy – Banana Skin Shoes

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 26. Mai 2020, 09:13am

Kategorien: #Alan Lomax Blog, #Popmusik, #Populäre Musik

Badly Drawn Boy – Banana Skin Shoes

Sprechen wir über perfekte Popmusik!

Damon Gough setzte einst unbewusst, hohe Maßstäbe an sich selbst. Mit der Veröffentlichung seines Debutalbum vor fast zwanzig Jahren, konnte kaum jemanden fassen, dass es überhaupt möglich sei   (ohne nun die bekannten Ikonen zu nennen) ein solch eklektisches Album wie THE HOUR OF BEWILDERBREAST zu veröffentlichen. Es war dann auch das erste ganz große Album des neuen Jahrtausends.

Danach hat er der Mancunian weiter sehr gute Musik veröffentlicht und er hat tolle Filmmusik geschrieben. Dennoch konnten wir fühlen, dass er nicht zufrieden war: …nicht mit sich selbst, aber auch nicht mit der Tatsache, seinen Platz zwischen Erwartung, Kommerz und Kunst zu finden.

Im Detail möchte ich nun nicht die letzten 20 Jahre zwischen zwei den zwei ganz großen Alben aufarbeiten. Denn Gough’s Musik hat mich zwischenzeitlich erfasst, übernommen und er hat sich einen Platz in meinem Popohr und -herz erspielt, welcher unausweislich in der Rangfolge ganz großer anderer Musiker steht.

Ich schrieb bereits vor ca. 10 Jahren drüber: http://www.lomax-deckard.de/article-badly-drawn-boy-it-s-what-i-m-thinking-pt-one-photographing-snowflakes-60361690.html

Nun gab es eine längere Pause und auf einmal ist diese Platte mit dem merkwürdigen Titel Banana Skin Shoes da. Und das Ergebnis ist famos ansteckend, befreiend und ohne jegliche Heuchelei.

Denn der Musiker aus Manchester reflektiert selbstverständlich, ohne sich zu beschweren oder traurig zu sein. Er blickt auf seine Stadt, die Mythen, auf die Clubs und die Musik. Es gibt wunderbar üppige Streicher Balladen, sensationelle Referenzen auf den Pop-Soul der 80er Jahre und Texte wie YOU AND ME AGAINST THE WORLD die an die großen Songs eines Joe Jacksons erinnern, aber doch neue Türen in die Zukunft aufstoßen.

In diesen Zeiten ist es nicht einfach Plattenkritiken zu schreiben, da sich alles etwas übersteigert anhört, weil sich eben auch alles etwas intensiver anfühlt. Und ja, ich neige ja auch hin und wieder zur leidenschaftlichen Übertreibung. Aber ich möchte gerne anmerken, dass wir alle aufpassen müssen, dass Alben die in diesen sonderlichen Zeiten rauskommen und veröffentlicht werden nicht zu kurz kommen. Insbesondere wenn die so leicht und luftig zu hören sind und vermeintlich an einem vorbeiziehen.

Diese Scheibe aber wird bleiben. In einem älteren Interview hat Damon Gough mal gesagt, dass er das Gefühl hat, dass etwas Großes bevorsteht und das er das Gefühl hat bisher nicht annähernd das geleistet zu haben, wozu er fähig ist. Einen großen Teil hatte er bereits vor 20 Jahren erledigt. Nun setzt er diesen Kanon fort.

Aus Manchester

Alan Lomax

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