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Robert Redford - Zwei gute Filme mit der Filmlegende in der Hauptrolle

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 21. September 2019, 07:50am

Kategorien: #Filme, #Klassiker, #Kommunikation, #Pictures, #RobertRedford MaryBAdham

Robert Redford - Zwei gute Filme mit der Filmlegende in der HauptrolleRobert Redford - Zwei gute Filme mit der Filmlegende in der Hauptrolle

Sie haben mal wieder Lust auf Filme mit Robert Redford. Diese Zeit bietet sich an. Denn es gibt mit EIN GAUNER UND GENTLEMAN von 2018 einen aktuellen Grund und mit dem in Vergessenheit geratenen THIS PROPERTY IS CONDEMNED von 1966 einen Film der auf einer Vorlage von TENNESSEE WILLIAMS basiert, echte Gründe!

Von Alan Lomax

In einem runtergenommen Dorf irgendwo im mittleren Westen der USA lernen wir Willie Starr (Mary Badham) kennen. Ein junges Mädchen, welches das Kleid ihrer Schwester trägt und recht wirr erscheint. Willie erzählt uns die dramatische Geschichte Ihrer Familie, wie sie 1930 in Mississippi während der Depression stattgefunden hat. Das Mädchen erzählt uns von Owen Legate (Redford), ihrer Schwester Alva Starr (Natalie Wood) und ihrer Mutter Hazel (Kate Reid).

Redford tritt in diese Geschichte als Fremder auf, der in die Szenerie einer Geburtstagsfeier platzt und an den nächsten Tagen in der Gemeinschaft unangenehm auffällt, weil er sich die unglaublich schöne Alva schnappt und dann auch noch seine Anonymität aufgibt und sich offenbart: Er muss den Männer ihre Jobs kündigen.

Tennessee Williams legt mit dem Stoff ein Drama im besten amerikanischen Sinn vor. Die Spannung ist atemberaubend und bitter zu gleich. Natalie Wood, alleine ist es wert den Film zu sehen, aber auch die Nebenrollen und Charaktere sind deep und kongenial besetzt. So sehen wir z. B. Charles Bronson in einer seiner wenigen Charakterrollen und eben Mary Badham in ihrem einzigen Film nach TO KILL A MOCKINGBIRD, den sie jemals gedreht hat.

Robert Redford war 1966 noch weitestgehend unbekannt und erst drei Jahre später gelang ihm der Durchbruch mit BUTCH CASSIDY AND THE SUNDANCE KID. In dem Film von 1966 war er noch sehr jung und unglaublich gut aussehenden. Smart, elegant und schon damals mit diesem im Gesicht ständig ausgestattetem smarten Lächeln. 

All diese von uns allen geliebten visuellen Erscheinungen des Robert Redfords erkennen wir auch noch in seinem neusten Film von David Lowery wieder. Der Film ist ein Hommage an Robert Redford, die Story tritt völlig in den Hintergrund und hat eigentlich gar keine Relevanz in diesem schönen ruhigen, sehr angenehmen Film in dem neben der wahrhaftigen Hollywood-Legende Tom Waits, Sissy Spacek (ergreifend), der unfassbare Casey Affleck und Danny Glover zu sehen sind.

Anders als andere Filme in dem wir alternde Hollywood-Legenden sehen -meist schlechte Komödien mit Trashhumor- zeigt uns Regisseur in wunderschönen 16mm Filmaufnahmen, was wir an Redford hatten und haben. 

Ich muss natürlich sofort an Clint Eastwood denken. Und Rick Deckard hat es bereits passend und auf den Punkt genau geschrieben:

http://www.lomax-deckard.de/2019/07/the-mule-clint-eastwood.html

http://www.lomax-deckard.de/2019/07/the-mule-clint-eastwood.html

Diese Robert Redford Hommage ist im Vergleich zu THE MULE natürlich noch ruhiger und langsamer, aber macht ebenso grenzenlos euphorisch und verschafft einem den sog. KICK.

Robert Redford ist, egal ob in den sechziger Jahren oder eben im Jetzt, also seit unfassbaren 49 Jahren !!!, immer noch so unglaublich und unmessbar lässig. Ebenso wie bei Clint gibt es unbedingt zu verweilende Szenen und Sequenzen, die den Interessierten Filmliebhaber den Atem stocken lassen. Zum Beispiel Redfords Art und Weise auf Stühlen oder anderen Sitzgelegenheiten zu verweilen. 

Als Kinder hätten wir für diese unverschämt lässige Haltung einen um die Ohren bekommen. Heut zu Tage würden Kollegen zu uns sagen, dass wir Großkotzig sind oder Allüren haben, aber ganz ehrlich bei Redford ist es eine Art innere Ruhe und Überlegenheit, gegenüber allen anderen, eine Art Reduktion auf sich selbst. Nicht im Sinne von "seht her ich bin der coolste", sondern im Sinne von "ich bin der coolste, es muss Euch gar nicht interessieren".

Nun ich bin noch nicht so alt, fühle mich aber häufig viel schlechter. Sieht man Redford in diesem Film und der würdevollen und so schönen Liebesgeschichte, weckt das alles viel Lebensfreude und auch Trost, egal wie sehr man sein eigenes Leben liebt.

Besonders schön ist der Zusammenschnitt der Gefängnisausbrüche der Hauptfigur, die David Lowery mehr als genial aus alten Redford Filmen gesucht und gefunden hat. 

Robert Redford, der Mann der das Schmunzeln erfunden hat!

Von einer Pferderanch, irgendwo in Texas, auf einem Stuhl sitzend und auf mein eigenes Land blickend!

Alan Lomax

 

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