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BlacKkKlansman - Ein schlaffer Spike Lee Joint

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 29. Dezember 2018, 13:57pm

Kategorien: #Filme

BlacKkKlansman - Ein schlaffer Spike Lee Joint

Eigentlich ist es Lomax' Aufgabe als Lee Aficionado sich den neuesten Joint von ihm 'reinzuziehen und darüber zu berichten, aber ich glaube er macht gerade digitalen Urlaub, daher nehme ich mich ausnahmsweise seiner an. Ich habe mir den shit, der sich wirklich ereignet haben soll, 'reingezogen und war enttäuscht.

Altersmüdigkeit

Spike Lee ist alt und müde geworden. Der Grund, warum sein neuester Film auf voller Länge (für mich) gescheitert ist, hat viele Gründe. Lee lässt es an dem nötigen Mut und Biss früherer Filme missen, aber auch seiner frischen und innovativen Erzählkunst. Sein letzter grosser und emotional aufwühlender Film war 2002 (!) 25 Stunden, danach begann sein Abstieg in den Mainstream und in die Bedeutungslosigkeit, was höchst bedauernswert, aber Tatsache ist. Das wurde bereits mit Inside Man aus 2006 deutlich, der zwar sehr unterhaltsam ist , aber eben kein Film, so, wie man ihn von Lee erwarten würde.

Langeweile und schlechte Schauspieler

BlacKkKlansman kränkt an seinem niedrigen Budget und seiner langweiligen Erzählweise. Dabei beginnt der Film furios mit einer sensationellen Leistung von Alec Baldwin, die für den Oscar nominiert werden sollte. Die Erwartung war also hoch, doch je weiter der Film voranschreitet, desto langweiliger und vorhersehbarer wird er. Zu offensichtlich die Anspielungen an den jetzigen Amtsinhaber des Präsidentenamtes, zu plakativ und billig die Kritik am Rassismus.

Ein weiter Grund, warum der Film öde ist und über die ganze Länge schwächelt sind die Darsteller. Sowohl John David Washington als auch Adam Driver sind schlechte Schauspieler, denen man die Rollen nicht abnehmen möchte. Washington ist sich nicht sicher, ob er den Charakter des Ron Stallworth als Karikatur, ernste Charakterstudie oder Komödianten darstellen soll, der sich lustig und locker flockig einen Schabernack erlaubt. Es fehlt an mimischer Darstellungskunst und vor allem Glaubwürdigkeit. Adam Driver ist ohnehin eine schauspielerische Katastrophe, wie er bereits in den Star Wars Filmen bewiesen hat. Hölzerner geht es nicht mehr.

Drama oder Komödie?

Das Problem bei BlacKkKlansman ist, dass das Thema viel zu Ernst ist, als dass es sich auf komödiantische Art darstellen liesse. Genau diese Gratwanderung gelingt Lee in dem Film nicht. Auf der einen Seite das Lebensgefühl der 70er Jahre mit Afrolook, Musik und Soul, auf der anderen Studentenbewegungen, Black Power und Ku Klux Klan. Das ist zuviel des Guten und zu schlecht inszeniert. Alles das, was Lee in seinem Film anprangert und ad absurdum führt, ist bereits bekannt und viele Male erzählt worden. Er kann dem Stoff nichts neues abgewinnen.

So schaut man den Film zu Ende und hakt ihn wieder ab. Keine Highlights, nichts, an dem man sich reiben könnte, kein Stoff für Diskussionen, keine polarisierenden Meinungen, keine Provokation. Am Ende bleibt langweiliges Mainstream-Kino.

Zu wenig für einen Spike Lee Joint.

Aus Colorado Springs,

Rick Deckard. 

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