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ENEMY (2013)- Denis Villeneuve

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 15. Oktober 2017, 12:05pm

Kategorien: #Filme

ENEMY (2013)- Denis Villeneuve

„Die Welt wird immer absurder. Nur ich bin weiter Katholik und Atheist. Gott sei Dank!“
– Luis Buñuel

Ok, ich würde es ertragen und hinnehmen, wenn man mich nun als etwas schrullig bezeichnet, da ich mir den Film ENEMY (2013) von Villeneuve ansehe, obwohl es das Wochenende ist, an dem auch sein langerwarteter Blade Runner 2049 ins Kino gekommen ist. Und der talentierte Regisseur Villeneuve selbst sagt ja selbst, dass „Du immer so gut wie Dein letzter Film bist“.

Es ist auch tatsächlich mehr Zufall gewesen, als es ein selbstauferlegtes Diskret wäre. Ich hatte einfach Lust darauf und war schon seit Monaten auf ENEMY gespannt.

Das dieser Film kein gewöhnlicher Thriller ist, der den Gesetzen des Genre folgt war mir klar, weshalb ich auch etwas länger gehadert hatte ihn mir anzusehen. Die Story ist sperrig, die Inszenierung experimentell, dass Sujet und der Plot nicht ganz einfach.

Die Kamera zieht uns in ein klaustrophobisches, gelbliches und irgendwie an Kubrick’ s Welten erinnerndes Montreal rein. Einer scheinbar fürchterlichen Stadt: Wir lernen den Geschichtsprofessor Adam (Jake Gyllenhaal) kennen, der völlig desillusioniert sein Leben führt. Bis er eines Tages in einem Film den Schauspieler Anthony entdeckt, der ihm bis auf’s heftigste ähnelnd. Adam spürt den Schauspieler auf und dringt in seine Welt ein, kommt seiner Frau näher etc. Die Leben der beiden verschwimmen…

Die surrealen Momente und Entfernung zur Wirklichkeit steigert der geniale Regisseur dann auf’s äußerte. Gekonnt und auch sehr stilbildend, künstlerisch klar, strikt und sich an deutlichen Metaphern langhangelnd, für den Zuschauer dann fordernd und abhängig, ob er sich darauf einlassen möchte interessant, verstörend oder nichtsagend. 
 

ENEMY (2013)- Denis Villeneuve

So ist das Leitmotiv der Wahrnehmungstäuschung der Zuschauer und des Trugbildes des Protagonisten diesmal kein Käfer oder eingeschnittenes Auge sondern die Spinne. Diese erinnert bewusst zitiert an die bekannte Skulptur von Louis Bourgeois und steht nicht nur für die ständige Ermahnung, dass wir Menschen nur kleine Insekten sind, die jederzeit in die Falle gehen können, sondern in diesem besonderen Villeneuve Fall, auch für die Auflösung des Rätsels in den Film.

Wir habe viel über diesen Villeneuve geschrieben hier auf diesem Blog. Und sie können sich vorstellen, dass ich mit Rick Deckard (!) viel über den Sinn- und Unsinn von BLADE RUNNER 2049 diskutiert habe. 

Egal, was auch immer dabei rauskommt. Diesem Villeneuve werden wir nicht aus dem Weg gehen können, wenn wir uns weiterhin für das Kino interessieren. Er ist einer der großen seiner Generation.

ENEMY ist ein schwieriger, aber sehenswerter Film, im Stil des Off-Kinos der frühen neunziger Jahre als die Kubrick Epigonen noch Lynch, Cronenberg oder Steven Soderbergh hießen. Und ja ich kann nur weiterhin empfehlen sich dem Werk des Franko-Kanadiers komplett zu widmen. Denn seine Filme sind herausfordernd, anders und neu, als vieles anderes, was wir so erwarten.

Aus einer gelb-schillernder Hochhaussiedlung
Alan Lomax 

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