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Tingvall Trio - Cirklar

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 23. Juni 2017, 11:21am

Kategorien: #Jazz, #Populäre Musik

Tingvall Trio - Cirklar

Im aktuellen Pressetext zum neuen Album des Trio's wird es tatsächlich richtig beschrieben: "...die Popularität des TINGVALL Trios ist auf dem Niveau aktueller Popbands angekommen". Wobei natürlich nicht die Qualität der Musik gemeint ist, sondern die tatsächliche Popularität, quantitativ Kommerziell gesehen. Und das ist gut so! 

Denn das neue Album CIRKLAR (Skip / VÖ am 04.08.2017) repräsentiert neue Jazzmusik die auch einem (noch) Nicht-Jazzpublikum gefallen wird, ebenso wie den alten Recken und Puristen. Ein selten schönes Beispiel also für totalen Konsens unter leider immer noch verfeindeten Lagern.

Wir haben uns in den letzten 9 Jahren hier häufig genug mit der Frage auseinandergesetzt, warum Jazzmusiker A den Jazz zerstört und Jazzmusiker B auch scheitern wird. Wir haben uns gewunden, gedreht und verdorben und sind doch immer wieder an unseren eigenen Erklärungen gescheitert und sind dann kläglich daran kaputt gegangen zu erklären, warum Jazz Tod ist oder noch maximal eine Prostituierte beim eigenen Musikhören.

Einiges würde ich heute anders sehen. Vielleicht bin ich noch altersmilder geworden. Obwohl ich mich immer noch verlorene deutsche Jazzseelen aufregen kann, die so unglaublich talentiert sind, aber trotzdem das nächste Lounge-Jazz-Wihnachtsalbum in der Brigitte herausbringen. Egal, vorbei die Zeiten! Das TINGVALL TRIO, aber auch Formationen wie BADBADNOTGOOD bieten Hoffnung.

 

Denn schließlich findet Musik leider immer noch zughäufig auf eigenen Inseln der Interessierten statt. Man muss an der Stelle das HALDERN POP FESTIVAL nennen! Denn die versuchen auch dort den Jazz zu platzieren. Sehr vorsichtig, leise, aber immer offensichtlicher: Schauen Sie sich mal das aktuelle Line-Up an: www.haldern-pop.de. Gegenbeispiel auf Jazz Festivals, die gerne auch mit anderen Strömungen experimentieren müssen aber auch genannt werden. Das MOERS JAZZ FESTIVAL hat zum Beispiel in diesem Jahr die SWANS eingeladen und die Mutter aller Jazz Festivals in Montreux lebt bereits seit Jahrzehnten vor, dass nur eine verdorbene, missmutige Seele tolle Musik ablehnt, nur weil das Etikett Jazz fehlt.

 

Das schwedisch,, kubanisch, deutsche TINGVALL TRIO ist ein ewiger Wiederkehren auf diesem blog. Auch eine der wenigen aktuellen Formationen, bei denen sich Kumpane und Smart-Telefon-Spezialist Rick Deckard und ich sofort einig sind. Und gar nicht erst in den Diskurs gehen, sondern nur die Musik genießen, die einem dort seit Jahren auf gleich hohem Niveau angeboten wird.

Die Faszination liegt dabei natürlich eindeutig bei den schönen lyrischen Melodien des schwedischen Komponisten. Lässt man sich aber darauf ein erkennt man tolle Muster und tiefe Überlegungen, wie man Komplexität in die Kompositionen und Arrangements schmuggeln kann. Wahrscheinlich sind es Bassist Omar Rodriguez Calvo und Schlagzeuger Jürgen Spiegel die das regeln. Aber es bleibt egal, wer hier war regelt, denn es ist ein Trio und das ist zeitgleich die nächste Faszination. Die Musik der drei bleibt reduziert auf die drei Instrumente und der Persönlichkeiten der Besetzung. 

Martin Tingvall spricht in Interviews häufig davon, dass er viele Ideen und Wünsche, Träume hat. Gerne würde er mit einem Streichquartett spielen, auch ein Sinfonieorchester kann er sich vorstellen. All das wird kommen. Irgendwann werden wir aber SKKAGERRAK, NORR, VATTENSAGA und CIRKLAR auflegen und sagen, dass das wirklich eine wunderbare, lange, kontinuierliche Zeit war. Und all diese Alben werden nicht nur in unseren Herzen sein, sondern auch sehr lange weit vorne im Regal stehen. 

Herausragend

Alan Lomax

 

 

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