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Musik, Kino, Kultur, Radio


Alexis Sorbas/Zorbas The Greek – Michael Cacoyannis - Residenz - Eine Astor Film Lounge Köln

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 27. März 2017, 17:07pm

Kategorien: #Klassiker, #Filme

Quelle: http://media.kika-dresden.de/filmbilder_gross/409/Alexis_Sorbas-1.jpg

Quelle: http://media.kika-dresden.de/filmbilder_gross/409/Alexis_Sorbas-1.jpg

"Du redest wie ein Schullehrer und du denkst wie ein Schullehrer. Wie kannst du dann verstehn?" – "Ich versteh schon einiges." – "Mit dem Kopf, ja. Du sagst, dies ist richtig und das ist falsch. Wenn du redest, seh ich deine Arme, deine Beine, deine Brust. Sie sind stumm. Sie sagen gar nichts. Wie kannst du dann verstehn?"

Wohl selten in der Filmgeschichte ist ein Schauspieler, so sehr mit einer Rolle verwachsen, wie Anthony Quinn, der in diesem 1964 gedrehten Film, den lebenserfahrenen und leidenschaftlichen Makedonier Alexis Sorbas gibt.

Und wie es häufig bei großen, scheinbar überirdischen menschlichen Leistungen ist, so war es auch in der  Causa Sorbas: „Diese Figur hatte die Macht ergriffen“, sagte der große Schauspieler einmal. In Erinnerung an seine Jahre des Scheiterns bei zig Ehen, vielen Alkohol- und Drogenexzessen und ersten Depressionen. 

Die Urenergie bei Quinns Bewegungen, beim Tanzen, Leiden und Lieben, sind für sich genommen spektakulär. Seine Erfindung des Tanzes „Sirtaki“ mit den ungewöhnlichen Schleppschritten ist mindestens Weltkulturerbe und die Schlusssequenz des Filmes, muss als Platzhalter für eines der wohl schönsten Filmenden zum Thema „Lebensfreude“ überhaupt und immer genannt werden.

Es ist ein purer Glücksmoment und der Moment der vollkommenen Harmonie den WIR alle suchen, als Sorbas am rauschend Meer, vor dieser unglaublichen Bergkulisse, aufsteht, die Arme ausbreitet, als wenn er die Welt umarmen will, seinen englischen Freund ermutigt mit zu machen, obwohl er gerade seine Existenz verloren hat und die beiden zu der immer schneller werdenden Musik (Mikis Theodorakis) das Leben feiern.

Wir erleben diesen Teils dramatisch, finstern, aber jederzeit auch leichten und fein, fast zärtlich komödiantisch abgestimmten Film in einem der besten Kinos Deutschlands -dem Residenz Kino- in Köln. In einer Klassikreihe am Sonntagvormittag, werden hier Klassiker im Rahmen einer Matinee gezeigt. 

Plakat Matinee (Foyer) Residenz Kino Köln

Plakat Matinee (Foyer) Residenz Kino Köln

Es ist ein Fest, diesen Film auf einer großen Leinwand in gestochen scharfen schwarz/weiß Bildern sehen zu dürfen. Ach was es ist ein Erlebnis für Jeden der das Kino liebt und die Magie eines solchen Filmes zu schätzen weiß.

Dabei hat die Geschichte um den intellektuellen Engländer, der ein Bergwerk auf Kreta erbt, den ungebildeten, aber lebenserfahrenen Sorbas kennenlernt und mit den archaischen Elementen der griechischen Kultur konfrontiert wird, weder an Intensität, noch Stil, noch an Kraft verlorenen. Alexis Sorbas ist ein zeitloses Meisterwerk, welches sich nicht nur auf die ewige Faszination des Hauptdarstellers minimieren lässt, sondern mit der tollen Kulisse, der kraftvollen Darstellung der Statisten, der Musik und insbesondere des Song „Zorba’s Dance“, als Kultfilm gewertet werden muss. Und außerdem ist er eine Lehrstunde für die Menschheit in Bezug zu positiver Lebensauffassung, Lebensfreude und Würde.

Für Menschen wie mich und Rick Deckard (…und einigen anderen), die sich gerne von Energien anderer Menschen beeinflussen lassen, ist dieser Film, wie ein goldener Schuss.

Aus Griechenland Alan Lomax 

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