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Musik, Kino, Kultur, Radio


Deadpool - Tim Miller

Veröffentlicht von Rick Deckard auf 29. Dezember 2016, 16:18pm

Kategorien: #Filme

Deadpool - Tim Miller

Es tut mir leid, aber ich kann dem Massenpublikum bei diesem Film nicht folgen. Wie ich den Recherchen entnehmen konnte, zählt dieser Streifen zu den erfolgreichsten Verfilmungen eines Marvel Comics.

Unglaublich, nach dem, was ich gestern zu sehen bekam.

Deadpool ist menschenverachtender Ultra-Trash der allerschlimmsten Sorte. Scheinbar dazu entworfen ein politisch unkorrektes Gegengewicht zu den sauberen Marvel-Helden zu erschaffen, geht der Versuch, um mich bei dem vulgären Sprachgebrauch bei diesem Film zu bedienen, vollends in die Hose.

Filme dieser Art, die bewusst auf "Kult" getrimmt werden, scheitern, noch bevor sie in die Kinos kommen. Mit aller Vehemenz wird hier der Versuch unternommen gewollt witzig zu sein, was in einigen Szenen durchaus gelingt, aber die kann man an einer Hand abzählen. Die meisten dieser Szenen mit "Möchtegern" Kultpotential und Komik sind so schlecht, nein, nicht, dass sie wieder gut sind, dass man sich übergeben möchte. Unter Gürtelniveau mit allerschlimmsten Gossen-Humor!

Lange schon nicht mehr so schlechtes Kino gesehen.

Die Handlung folgt einem klassischen Thriller-Muster: Boy Meets Girl, Boy Looses Girl, Boy Gets Girl. Wie bei vielen Filmen der Neuzeit, insbesondere bei Comic-Verfilmungen, hat auch Deadpool keine richtige Handlung im klassischen Sinne, sondern ein (sehr) dünner narrativer Faden dient lediglich als Alibi für diverse Action-Szenen (die zum Teil zugegebener Maßen exzellent gefilmt sind, insbesondere die Highway Slow Mo Action zu Beginn).

Der Kunstgriff den Protagonisten aus dem Off erzählen zu lassen ist stets ein gewagter, hier nimmt der Hauptdarsteller sogar visuell Kontakt mit seinem Publikum auf. Das macht ihn für mich aber nicht unbedingt sympathischer. Ryan Reynolds ist ein schlechter Schauspieler, soviel steht fest, der mit seiner Physis zu überzeugen vermag, aber ansonsten der klassische "All American Guy" ist, der in einer Komödie besser aufgehoben ist und wäre.

Am Ende hat man Kopfschmerzen von dem Dauergequassel und den nicht aufhören wollenden schlechten Billig-Witzen, Off-Kommentaren und fürchterlich schlechten Gags.

Deadpool ist eines der schlimmsten, menschenverachtenden Machwerke, die ich in letzter Zeit gesehen habe mit billigem Humor und unnötiger Brutalität.

Rick Deckard 

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Rick Deckard 01/08/2017 11:48

Hallo F.T. Leider ist Dein Kommentar bei der Umstellung verloren gegangen. Bezüglich Deiner Frage, warum ich den Film als Menschenverachtend empfinde:
Weil der Film dem menschlichen Leben und v.a. seiner Würde überhaupt keine Bedeutung beimisst.
Die Gewalt ausgehend vom Protagonisten muss nachvollziehbar sein im Sinne einer "Motivation" (wie immer man Gewalt moralisch bewertet). Die kompromisslose Vorgehensweise ist bei D. aufgrund dessen, was dem Helden zustösst "verständlich".
Unverständlich ist jedoch, welchen Wert Deadpool seiner Umgebung und den darin lebenden Menschen beimisst: Gar keinen. Im Gegensatz zu früheren Polarisierungen in Hollywoodfilmen, in denen es eine klare Trennung zwischen gut und böse gab, existiert vielfach diese Schwarzmalerei in Hollywood nicht mehr. Scheinbar unterscheidet man heute zwischen Schmutz und Dreck.
Ein Mensch, ohne die Gewaltdiskussion im Film lostreten zu wollen, hat eine Würde als Lebewesen. In diesem Film ist er eine biologische Masse einzig geschaffen zum Zwecke der Abschlachtung mit Dialogen auf unterstem Niveau.
Das entscheidende ist, dass diese Kombination an der Kinokasse Erfolg hatte ... .

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