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Everest - Baltasar Kormákur

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 11. Oktober 2015, 13:21pm

Kategorien: #Filme

"Kennste ein Bergsteigerfilm, kennste alle!"

"Kennste ein Bergsteigerfilm, kennste alle!"

Es tut mir ein wenig leid, dass ich den vorherigen wichtigen Eintrag mit diesem hier überhole. Daher ermahne ich drigend, wenn Sie sich für das Kino interessieren, wie wir, dass Sie sich lieber den vorherigen durchlesen, als diese kurze Kritik, die im Prinzip gar nichts sagt:

http://www.lomax-deckard.de/2015/10/martin-scorsese-sein-leben-seine-filme-tom-shone.html

Ich oute mich mal: Ich liebe Bergsteigerfilme jeglicher Art und Weise. Insbesondere mag ich diese reisserischen Dokumentationen die es vom Discovery Channel o. ä. gibt. Den Grund dafür kann ich sehr einfach erklären. Ich hasse Berge und ich hasse diese selbstverliebten, mannischen Bergesteiger, die für Ihr eigenes Leben, eine Bergbesteigung vorziehen. Trotzdem strahlt das Sujet immer eine Faszination auf mich aus, weil ich mich wirklich dabei gruseln kann und es mich immer packt, wenn da Typen tagelange in Eis und Schnee ausharen, in Eisspalten fallen, den Rückzug vom Gipfel antreten müssen, obwohl sie 10 Meter davor stehen oder irgendeiner Höhenkrankheit erlegen. Der Grund für mich? Nun er ist ganz einfach: Es wird mir nie passieren, weil ich mich nie in diese Gefahr begeben werde. Insofern schleicht sich bei mir auch immer eine gewisse Ruhe und ein fantastisches Gefühl ein, wenn ich unter der warmen Decke auf dem Sofa liege oder mit gemütlich einen Bergsteigerfilm im Kino ansehe.

Der Film EVEREST kommt da genau richtig! Er erzählt (wikipedia) die wahren Ereignissen im Zusammenhang mit dem Unglück am Mount Everest im Mai 1996, in deren Folge acht Bergsteiger starben. Der Film handelt von den Vorbereitungen im Basislager, dem Aufstieg zum Gipfel und dem Überlebenskampf beim Abstieg, begleitet werden dabei zwei Bergsteigergruppen, von denen die eine vom Bergführer Scott Fischer und die andere von Rob Hall angeführt wurde.

Inhaltlich darf man natürlich nicht mehr von diesem Streifen erwarten. Kritiker haben ihm zuwenig Kritik an der Umweltverschmutzung und dem Zwei-Klassensystem des organisierten Bergsteigens vorgeworfen und auch eine mangelnde Figurenzeichnung etc.

All das ist natürlich Blödsinn und auf filmkritischer Sicht Quatsch. Denn wie soll das tolle Cast (Brolin, Gllenhaal, Worthington etc.) unter Sauerstoffmasken und fetten Kapuzen zeigen was sie können. Und ehrlich gesagt, wenn man ein normal denkender Mensch ist, muss es reichen, dass Bergführer Rob Hall am Anfang des FIlmes zu seiner Reisegruppe sagt, dass diese Expedtition nicht dafür gemacht ist, dass Menschen überleben, denn das Gebiet über dem Basislager, die Todeszone heißt, heißt  nicht umsonst so! Einfach zu verstehen also. Und warum fahren Menschen trotzdem dahin? Nun, warum führen wir Kriege, akzeptieren andere Religionen nicht und wollen immer mehr haben, als andere!? Eben! Etwas zu kurz kommt der Blick auf die Sherpas, die durch ihre Leistungen, diese Art von "Urlauben" erst möglich machen. Ein klarer Minuspunkt.

Ansonsten bekommt der Zuschauer fast 3 h (!) alles, was ein klassischer Katastrophenfilm ausmacht. Und das in dem famosen IMAX 3D und RealD 3D Format. Besser geht es nicht und für wahr die technische Perfektion überliegt der Tatsache, dass da völlig idiotische Männer unterwegs sind, für die man keine Emotion aufbauen kann und auch nicht muss. Ein ambivalenter Film, der trotzdem alle monetären Zuschläge im Kino rechtfertigt und einen klassischen Bergfilm in monumentaler Kulisse zeigt.

Alan Lomax (am Meer, mit Cocktail und doppelt viel Eis im Glas)

 

 

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Rick Deckard 01/02/2017 13:36

Habe den Film gestern gesehen und stimme in allen Punkten zu.
Von Beginn an konnte ich keine Sympathie mit irgendeinem der Charaktere aufbauen, weil sie allesamt selbstverliebte Egomanen sind ohne einen Funken Respekt vor der Natur. Der Film unterhält auf einem gewissen Niveau, gleitet dann am Ende in den typisch schwülstigen Hollywood-Pathos ab. Ganz ehrlich: Vor einigen Jahrzehnten wäre ich für diese Art Pathos empfänglich gewesen, jetzt kann ich nur noch müde lächeln. Diese Filme folgen dem immer gleichen Prinzip. Ultra-Trash die typische Hollywood Charakterisierung, auch wenn diese Typen so gewesen sein mögen, insbesondere der super coole Charakter des von Jake Gyllenhall verkörperten Bergsteigers. Die gibt es in natura und sind meistens super unsympathisch. Zugute halten muss man dem Film die grossartigen Aufnahmen und die spannend gefilmten Szenen beim Auf- und Abstieg. Da ist der Film sehr gut geschnitten und hält auf Trab.
In der Summe ist Everest aber ein "unnötiger" und schlecht gemachter Film mit einigen spannenden Momenten.
Mr. Lomax: Auch wenn sie es kaum glauben werden, aber ich denke immer häufiger über ihre "Fernsehserien-Theorie" nach und komme nach und nach zu dem gleichen Ergebnis. Die Geschichten sind im Kino alle erzählt, grosse Filme werden mehr und mehr zur absoluten Rarität. Die Geschichten werden besser im Fernsehen erzählt. Ich glaube Serien sind zur Zeit das geringere Übel. So könnte man sich vielleicht "einigen".

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