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Musik, Kino, Kultur, Radio


Boardwalk Empire - 5. finale Staffel

Veröffentlicht von Rick Deckard Blog auf 27. September 2015, 09:41am

Kategorien: #Fernsehen

Boardwalk Empire - 5. finale Staffel

1979.

482. Staffel: Enoch "Nucky" Thompson's Söhne James und William führen die Geschäfte ihres Vaters erfolgreich fort. Atlantic City hat die Irrungen und Wirrungen des I. und II. Weltkriegs unbeschadet überstanden und in den darauf folgenden Jahren prosperiert. Nucky Thompson baute sich ein gewaltiges Imperium auf, bevor er beim Essen an einer Fischgräte erstickte, seine Kinder expandierten nach Las Vegas und betrieben Geschäfte in Vietnam und Korea während der Kriege und importierten auch kurzzeitig Drogen ins Land. Nun steht ein Regisseur namens Louis Malle in Atlantic City und möchte einen Kriminalfilm in der Stadt drehen mit Burt Lancanster in der Hauptrolle. Doch die Gewerkschaften sträuben sich gegen den Drehort und machen der Produktionsfirma das Leben schwer. Gebeutelt von Widerständen wendet sich der Regisseur flehend an James Thompson und bittet ihn um Hilfe. Am nächsten Morgen wird eine Leiche an den Strand gespült. Als Polizisten die Leiche umdrehen blicken sie in das Gesicht von ... .

Sie sehen: Es ist nicht schwer Serien fortzuschreiben, sie müssen sie nur richtig verkaufen können.

Ist Ihnen aufgefallen, wie wenig nach den ersten zwei Staffeln über Serien im Allgemeinen berichtet wird? Es ist nur Show, ein Hype, dem sich unaufmerksame Menschen anschließen und schon rollt er der Rubel, die Werbung muss schliesslich verkauft werden.

Wie war es nun bei Boardwalk Empire?

Im Grunde genommen wie bei allen anderen Shows auch. Sie verlieren an Reiz und nur die Macht der Gewohnheit (sehr mächtig!) zieht einen immer wieder in die Veranstaltung. Mit viel Tamtam, grossen Namen und Wirbel begann BE verheißungsvoll und endete wie alle anderen Serien, mit einigen wenigen Ausnahmen, auf dem Friedhof der Belanglosigkeiten.

Es ist leider so: Die Chance, die das Fernsehen hatte, hat es leider nicht genutzt. Zu gross die Verlockung durch den schönden Mammon, Quantität zählt, was ist schon Qualität?

Sorry, aber das Kino ist und bleibt für mich das Maß aller Dinge.

Das sind gewaltige Qualitätsunterschiede und diese werden auch so bleiben. Wie sehr sich die Macher solcher Serien-"Events" auch Mühe geben werden, nach der I. Staffel haben sie in der Regel ihr Pulver verschossen, fast alle.

Die 5. Staffel beginnt durch die Verlagerung der Handlung nach Kuba durchaus spannend und reizvoll, verliert sich dann aber doch wieder in ollen Kamellen und um die Zeit irgendwie voll zu bekommen, erfahren wir in Rückblenden Dinge über Nucky Thompson und seine Vergangenheit, die wir sowieso schon wussten oder ahnten.

Man kann es von zweierlei Warten aus betrachten: Entweder endet diese Serie in einer grossen amerikanischen Tragödie, oder aber der Zuschauer wird mächtig verar... . In der finalen Staffel muss Nucky Thompson furchtbar leiden, wird ohne Gleichen gedemütigt und muss sich am Ende auch noch den Gangstern beugen, denen er einst das Handwerk legen wollte. Am Ende stirbt er einsam, verlassen und äusserst erbärmlich am Boardwalk, dort, wo einst sein Abstieg begann. Aufgestiegen ist er eigentlich nie.

Hat sich also die Zeit gelohnt, sich diese Serie anzusehen? Nein.

Hat sie qualitativ das gehalten, was sie zu Beginn versprochen hat? Nein.

Macht sie Hoffnung, dass sich diese "Serienwelt" qualitativ verbessern wird? Nein.

Populäre (Fernseh-)Kultur eben!

Nichts für die Dauer, nichts für die Ewigkeit. Es ist wie mit der viel und zurecht gescholtenen "Pop"musik: Das Kaugummi verliert nach den ersten Bissen schnell von seinem Geschmack und seiner Wirkung.

Es gibt jedoch Ausnahmen, die diese Regel bestätigen, sonst wäre die Regel keine:

The Wire.

Ich sehe mir gerade die 4. Staffel an und zusammen mit Deadwood wird sie in die persönliche Fernsehgeschichte eingehen, weil sie eben alles das bejaht, was oben mit 'Nein' beantwortet wurde. Das nenne ich qualitativ hochwertiges Fernsehen!

Aus New Jersey,

Rick Deckard

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alan lomax 09/29/2015 18:09

Allerdings bin ich Ihrer Meinung, dass der Trend mehr zu den sog. Limited Series/Miniserien geht, was aus Produktionssicht und Drehbuchgehalt Sinn macht! Die diesjährigen Emmy's bestätigen den Trend qualitativ auf jeden Fall! Mal sehen....

Alan Lomax Rick Deckard Blog 09/29/2015 22:21

Und Narcos nicht zu vergessen!

Rick Deckard 09/29/2015 20:33

Das ist absolut auch meine Meinung. Das Zuviel hat sich nachteilig ausgewirkt. Die Miniserien machen erzählerisch viel mehr Sinn, sind spannender und stringenter. FARGO hat das bewiesen. Da hat es sich gezeigt, wie man die Möglichkeiten nutzen kann. Binnen 10 Folgen ist eine Geschichte packend und spannend zu Ende erzählt worden. Der von Ihnen (und den Kritikern) vielgelobte TRUE DETECTIVE hat es auch bewiesen. Das ist die Zukunft.

alan lomax 09/29/2015 18:06

hm, hm, hm! Warst nicht Du es, Meister, der mir beigebracht, seinen Zorn in positive Energie umzuleiten? jesses, und jetzt schießt Du Dich so sehr auf dieses Format ein, speziell auf diese Serie, die natürlich nicht zu den, sagen wir mal kompaktesten, zählt, aber nun auch nicht so schlimm ist, wie dargestellt? ...und es gibt ja nun wirklich unnötigeren Quatsch im Fernsehen (wenn man das noch sagen darf) als BE. Was ärgert Sie wirklich?

Rick Deckard 09/29/2015 20:31

Ja, die Jedi haben es uns gelehrt: Hass und Zorn führen zur dunklen Seite der Macht! Was mich wirklich ärgert, ist das verschenkte Potential binnen einer 5-teiligen Staffel eine gute und packende Geschichte zu erzählen. Die Serie ging dabei so vielversprechend los, hatte zudem mit Buscemi einen sehr guten Schauspieler. Es fehlt einfach die erzählerische Wucht. BE hätte wirklich ein Epos werden können. Allein mit dem vollkommen durchgeknallten Charakter Nelson van Alden hätte man zaubern können. Hätte, wäre, wenn. Schade.

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