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Musik, Kino, Kultur, Radio


A Most Violent Year - J.C. Chandor

Veröffentlicht von Rick Deckard auf 16. August 2015, 17:36pm

Kategorien: #Filme

A Most Violent Year - J.C. Chandor

Ein höchst merkwürdiger Film.

Merkwürdig im Sinne von merk und würdig. Man weiss gar nicht so recht, was man am Ende von A Most Violent Year denken und fühlen soll. Vielleicht rührt die Verwirrung daher, dass man in Zeiten des CGI und weiterhin ausufernden Franchise einen solchen Film gar nicht erwartet hätte. Einen Film im Stile des New Hollywood (zumindest mit Anleihen), einen Film, der Erwartungen bewusst nicht erfüllt, einen Film, der daran erinnert, wozu das Kino auch erfunden wurde: Zur Unter und Haltung.

Lomax hat bereits früh das Talent dieses Mannes erkannt, hier nachzulesen:

http://www.lomax-deckard.de/article-margin-call-der-gro-e-crash-john-chandor-108827560.html

(Bitte nutzen Sie die Suchfunktion unseres Blogs, wir können zur Zeit die ganzen Anfragen und Fragen kaum noch beantworten).

Erinnern Sie sich vielleicht an den grossartigen Regisseur Sidney Lumet und seinen fantastischen Film 'Prince Of The City' mit Treat Williams in der Hauptrolle? So in etwa und diesem Stil ist A Most Violent Year verhaftet, wobei man sagen muss: Dramaturgisch gänzlich anders aufgezogen.

Der Film strahlt nämlich eine grosse Ruhe und Gelassenheit aus und zurecht schrieben einige Kritiker "wie in Hypnose". Recht haben sie, denn genau das habe ich am Ende empfunden, als wäre ich in Trance. Das ist schon eine hohe Kunst einen Film auf diese Weise zu drehen, bzw. ihn so wirken zu lassen und parallel nicht zu langweilen.

Alles erscheint so unwirklich, so weit entfernt und doch so nah. Man hat das Gefühl "der Neue" will "den Alten" seine Referenz erweisen und doch neue Wege gehen. Mutig ist ein solches Vorhaben und auch seine Verwirklichung (siehe Geldgeber des Films und Produzenten), gerade in Zeiten, in denen ein Superheld nach dem anderen die Leinwand erblickt und Remakes zur Routine geworden sind.

Es ist ein Independent Film.

Die Besetzung ist erlesen: Von Oscar Isaac habe ich nie etwas gehört, Jessica Chastain ist eine Augenweide und stets eine grossartige Schauspielerin, Albert Brooks sowieso einer aus der schauspielerischen Elite. Die Musik passt, die Bilder erzielen ihre Wirkung und alles ist so still, so leise und doch so beeindruckend ... .

A very strange movie.

Aus New York,

Rick Deckard

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franziska-t 08/26/2015 09:51

Falls du nicht weißt, welcher Oscar Isaac-Film was für dich ist, empfehle ich mal wieder (Schleichwerbung!) meinen Blog. Wenn du Oscar Isaac als reichen und durchgeknallten "kind-of-Google-CEO" sehen willst, dann empfehle ich EX MACHINA. Falls du lieber Folkmusik und eine dramatische Never-ending-story magst, dann ist INSIDE LLEWYN DAVIS das Richtige. :) Ach ja, und Finger weg von THE TWO FACES OF JANUARY. Der war nicht gut. ;-)

franziska-t 08/25/2015 15:58

So strange fand ich den Film gar nicht. Ich mochte die Inszenierung der Geschichte im winterlichen New York, die heruntergekommen Industriegebiete, die menschlichen und architektonischen Fassaden. Oscar Isaac zeigt wieder einmal seine Wandlungsfähigkeit. Ich hätte den INSIDE LLEWYN DAVIS-Titelhelden fast nicht erkannt. Aber so ging es mir auch bei EX MACHINA. Der Mann ist ein wandelndes Chamäleon. :)

Hier meine Review: https://filmkompass.wordpress.com/2015/04/18/a-most-violent-year-omu-2014/

Rick Deckard 08/26/2015 09:23

"Menschliche und architektonische Fassaden" - das gefällt mir, passt und ist ein guter Vergleich. Die genannten Filme habe ich nicht gesehen, da besteht wohl Nachholbedarf.

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