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Mad Men – Staffel 7/12 – Der Ausgang lehrt, ob die Rose blüht oder der Don stirbt

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 8. Mai 2015, 09:31am

Kategorien: #Fernsehen

Mad Men – Staffel  7/12 – Der Ausgang lehrt, ob die Rose blüht oder der Don stirbt

Weiner ist ein Dieb mit Understatement! Während er den aufgeklärten Mainstreamzuschauer mit offensichtlichen Informationen aus UNTERWEGS von JACK KEROUAC bedient, verrät er im Syntax dieser Folge die eigentliche Vorlage für Mad Men: 

DER VERLORENE HORIZONT von JAMES HILTON ist nicht nur eine dankbare Vorlage für Mad Men’s Erzählstruktur, sondern auch für die immer wieder anklingenden, aber schwer verschlüsselten Botschaften um den Protagonisten Don Draper. Den eigentlichen Beweis für diese Behauptung kann man in der ersten Folge der siebten Staffel, sehen, als Draper kurz im TV einen Ausschnitt des von Frank Capra verfilmten Werks LOST HORIZION sieht.

Ich bin erst jetzt auf diesen Gedanken gekommen und je länger ich drüber nachdenke, umso klarer wird es: Natürlich ist Los Angeles das Shangri-La für Don Draper oder vielleicht ist es auch sein altes Apartment. Oder, oder, oder! Wie auch immer, ob nun HILTON oder KEROUAC, dass was man nun anfängt in dieser Serie zu entdecken, lädt dazu ein, die Serie komplett und am Stück zu wiederholen. Das Ausmaß der verschiedenen Erzählebenen, die Vernetzungen zu Literatur, Kunst und Musik, sind noch lange nicht alle aufgedeckt und es bleibt spannend, dieses komplexe Werk final zu verstehen. 

Genau wie Kerouac zieht Matt Weiner seine Inspiration für den Verlauf von Mad Men aus Drogen, Poesie und Musik und ziemlich kaputten Typen. ON THE ROAD beschreibt im Prinzip eine Szenerie:  Den Highway. Der Text ist klar. Genauso klar, ist Draper unterwegs. Und Draper ist natürlich von Kerouac, dessen Roman er gerade gelesen hat, begeistert.

Während Don also UNTERWEGS ist, beendet Weiner weiterhin das Leben seiner Charaktere in der Serie. Unsere Helden von SC&P verlassen die Agenturen mit unterschiedlichen Schicksalen. Dabei bekommt Peggy die schönsten Sequenzen der ganzen Staffel geschenkt: Nicht nur ihre letzten unfreiwilligen Tage in den alten Büros, mit einem grandiosen Abschiedstänzchen zu grandioser Musik (ich will das einfach nicht spoilen, weil es so großartig ist) und dem noch genialeren Abschiedsgeschenk von Roger Sterling wird unvergesslich bleiben, besonders gut ist der Befreiungsschlag und ihr erster Auftritt in der neuen Agentur mit Kippe und Sonnenbrille. 

Joan hingegen erlebt wie hart es für Frauen in der Chefetage wirklich ist. Und da gibt es wohl kaum einen zeitlichen Unterschied zu heute. Der Eklat mit McCann ist ein grausamer, aber dramatisch genialer Tiefpunkt der Serie, weil er fast unerträglich ist und sehr zu Herzen geht.

Die Folge LOST HORIZON fast zusammen, was beendet ist und bereitet leise den Tusch für’s bestimmt dramatische Finale vor. Die Folge hinterlässt einen bitteren Beigeschmack, da einem als Zuschauer klar wird, wie eng Beruf und privates Leben miteinander zusammenhängen und Menschen ausbremst oder fördert, je nachdem welche Freiheitsgrad sie sich erarbeitet haben. Warten wir mal nächste Woche ab…

Aus Wichita, ein Light Bier trinkend…

Alan Lomax

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