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Mad Men – Staffel 7/11 – Der Ausgang lehrt, ob die Rose blüht oder der Don stirbt

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 28. April 2015, 15:57pm

Kategorien: #Fernsehen

Matthew Weiner Creator of Mad Men

Matthew Weiner Creator of Mad Men

KEIN SPOILER! DIESER EINTRAG ERKLÄRT KURZ WARUM WIR UNS MAD MEN NACHTS IN UNSERE WOHNUNGEN GEHOLT HABEN UND PLÖTZLICH EINEN GRUND HATTEN, DIE SERIE AUCH AM MORGEN DANACH NOCH ZU RESPEKTIEREN. DESWEITEREN GEHT DER EINTRAG AUF RICK DECKARDS EINTRAG VON VOR EINIGEN TAGEN EIN: http://www.lomax-deckard.de/2015/04/house-of-cards-2-staffel.html

Wie soll man die amerikanische Kultur aus dem Blick einer Werbeagentur in 90 Minuten erzählen? Fragte Matt Weiner einst einen Journalisten! 

Denn der Drehbuchautor und Showrunner von Mad Men, musste sich Zeit seines Lebens mit der Frage rumärgern, warum er diese Serie nicht frühzeitiger beenden könne. Kritiker und Studiobosse warfen der Serie immer wieder langatmig und Verzerrung vor. Eben genau das Argument, welches auch Rick Deckard hier immer aufwirft, um zynisch gegen die großartige Möglichkeit des langen Erzählstrangs zu protestieren und sogar alles über einen Kamm zu scheren. Dies scheint streitbar:

"Auch bei House Of Cards ist es wie mit allen anderen Serien seit Anbegin dieser Vermarktungsform des Fernsehens: Brillanter Auftakt, guter, aber längst nicht so fesselnder 2. Akt. Eine gleichbleibende Qualität zu generieren, bleibt eben nur Dramatikern und wirklich talentierten Autoren vorbehalten."

...allerdings auch aburd! Denn na klar, das Fernsehn ist wegen einer oder zwei Serien nicht besser geworden. Es ist die kollektive Bewegung, die beschritten wurde. Kritik ist immer einfach auszuüben und bleibt letztendlich auch legitim. Da jeder Mensch sein Glücksritter ist und es zum Glück immer zwei Meinungen gibt. Aber in dem Fall gibt es auch einen komplexen Hintergrund und natürlich viel Marketinggemurkse, aber eben auch eine Zeit, die noch gar nicht so lange zurückliegt, in der Filmstudios Stoffe abgelehnt haben und Networks und Cablestations kreative und monetäre Prozesse eingeleitet haben, von denen auch Hollywood profitierte.

Daher ist mir seine Kritik am Format der Serie bekannt und auch nachvollziehbar. In der Begründung von Kollege Rick Deckard, aber viel zu pauschal, oberflächlich und leider auch zu subjektiv. Denn diese Diskussion muss film-politisch und/oder künstlerisch geführt werden. Zum Glück kann der Geist der Serie und somit Weiner's Genialität widerlegen:

Nehmen wir die schönste Episode aus allen MAD MEN Teilen: THE WHEEL: Don präsentiert in dieser Folge seinem Kunden KODAK den neuen Werbeauftritt des gerade gerade entwickelten Diaprojektors. Er erklärt ihnen die Bedeutung von Nostalgie und beginnt, das Gerät für eine Diashow über sein eigenes Leben zu benutzen. In dem dunkelen Raum sehen wir die Familie Draper glücklicher zusammen, als sie es in der gesamten Staffel gewesen sind. Und wir sehen Drapers Gesicht, halb beleuchtet durch das Licht des Projektors ein weiteres Bild aus seinem Leben zu zeigen, das er nur zu schätzen in der Lage zu sein scheint, wenn er nicht Teil davon ist - die Worte spricht: "Dieses Gerät ist kein Raumschiff. Es ist eine Zeitmaschine. Sie fährt rückwärts und vorwärts. Sie führt uns an einen Ort, den wir unbedingt wieder aufsuchen wollen. Sie heißt nicht "The Wheel", sie heißt "The Carousel". Sie lässt uns reisen, wei ein Kind reist: immer im Kreis und wieder zurück an einen Ort, wo man uns liebt.

Ich habe Tränen in den Augen, beim (Ab-)schreiben dieser Sequenz -erstmal durchatmen-! Diese Sequenz könnte ein Filmende sein! Sicherlich grandios für die Geschichte in einem 90 Minuten Kontext. Aber wie hätten wir Draper voll und ganz verstehen sollen. Bis zu dem Zeitpunkt haben wir gerade erlebt, wie seine Biographie ist, dass sein Bruder Selbstmord begannen hat und dass er sich mehr und mehr von seiner Frau Betty entfernt. Weiner liebt seine Charaktere, er will das der Zuschauer sie voll und ganz versteht, so dass "jeder Glücklich ist". Und Weiner ist ein leidenschaftlicher Erzähler, der Zeit braucht und es geschafft hat, die Zuschauer, jede einzelne Folge in der Vergangenheit mit Größe und maßig Material zur Analyse seiner Figuren zu versorgen. Ein Meilenstein der NICHT pauschalisiert werden darf.

Und in diesem besten Fall löst die Serie mit 7 (!!!) Staffeln etwas aus, was der Autor Alan Sepinwall -auch im Zusammenhang- zu der genannten Epsiode und im Kontext zu der Idee SERIE perfekt beschreibt:

"Der Werbetexter steht vor zwei potenziellen Kunden, beide erpicht darauf zu erfahren, wie er den technologischen Fortschritt im Kern ihres neuen Produktes bewerben will. Er erklärt ihnen, dass das Wort "neu" bei den Konsumenten zwar durchaus etwas auslöse, er aber vor langer Zeit gelernt habe, dass Nostalgie ein weitaus machvollerer Ansatz sei. Auf Griechisch bedeutet Nostalgie -den Schmerz einer alten Wunde zu spüren- erzählt Don Draper den Männern von Kodak und Rick Deckard (!) "

Und so ist es auch mit einer außerordentlichen Serie: Es ist ein Stechen im Herzen, das viel mächtiger ist als Erinnerung allein!

Alan Lomax

 

 

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